Erdbeben löst auf Sumatra Chaos auf
06.03.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Die Stadt Solok mit 100 000 Einwohnern rund 930 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt Jakarta lag besonders nah am Epizentrum. Die Einwohner harrten aus Angst vor Nachbeben auch Stunden später noch im Freien aus, sagte Michael Zöller, Projektleiter für Wiederaufbaumaßnahmen der Deutsch-Indonesischen Handelskammer in Banda Aceh im Norden Sumatras. Die Familie seiner Frau lebt in der Stadt. Zöllers Schwägerin, die erst vor kurzem entbunden hatte, wurde ohnmächtig aus dem Haus getragen.
Tausende Menschen spürten die Erdstöße in mehr als 400 Kilometern Entfernung in Singapur und Malaysia. Mehrere Hochhäuser wurden vorübergehend geräumt. Auch in der Deutschen Botschaft, die im 12. Stock des Singapore Landtower im Geschäftsdistrikt liegt, war der Erdstoß spürbar. Das Gebäude sollte zunächst geräumt werden, sagte ein Sprecher, ehe über Lautsprecher Entwarnung gegeben wurde.
Auf Sumatra lief Stunden nach dem Beben die Hilfe an. Die Menschen warteten auf Decken und Lebensmittel. Die Behörden forderten vor allem Bagger und schweres Gerät an, um den Schutt von den Straßen zu räumen.
Indonesien liegt in einer sehr erdbebengefährdeten Zone der Welt. Vor Sumatra lag auch das Epizentrum des verheerenden Bebens, das im Dezember 2004 den Tsunami auslöste. Allein in Indonesien kamen dabei 177 000 Menschen ums Leben. (dpa)

