40 Bootsflüchtlinge bereits schwer erkrankt
10.02.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Seit einer Woche liegt der mit 400 Flüchtlinen besetzte, marode Frachter «Marine I» vor der Küste Mauretaniens. Nach Angaben des Roten Kreuzes werden die Bedingungen an Bord immer dramatischer.
Vor der Küste Mauretaniens geht das Drama um ein Flüchtlingsschiff mit fast 400 Asiaten an Bord weiter. Entgegen der Ankündigung der spanischen Regierung, die in der Krise vermittelt, haben die Behörden des nordwestafrikanischen Landes bislang nicht die Einfahrt des Frachters in den Hafen von Nouadhibou erlaubt. Das Schiff liege weiterhin vor der Küste vor Anker, berichtete der spanische Rundfunk am Samstag. Am Vortag hatte die Regierung in Madrid angekündigt, die «Marine I» werde bereits in den Hafen geschleppt, damit die Immigranten medizinisch versorgt werden könnten.
Katastrophale hygienische BedingungenDie Lage der Menschen an Bord werde immer dramatischer, hieß es. Das Rote Kreuz hat bereits gewarnt, dass mindestens 40 der Bootsinsassen angesichts der katastrophalen hygienischen Zustände inzwischen erkrankt seien. Die Flüchtlinge sollen vorwiegend aus Kaschmir sowie aus Birma und Sri Lanka stammen. Auch mehrere Afrikaner werden an Bord vermutet.
Nach einer rund zwei Monate langen Seereise liegt der marode Frachter bereits seit einer Woche vor Mauretanien. Das Schiff kam vermutlich aus Guinea-Conakry oder der Elfenbeinküste und wollte die zu Spanien gehörenden Kanarischen Inseln erreichen. Vor der Küste Senegals erlitt die «Marine I» aber einen Motorschaden und trieb tagelang manövrierunfähig im Atlantik. Da der Senegal eine Aufnahme der Flüchtlinge ablehnte, schleppte der spanische Seenot- Rettungsdienst den Frachter bis vor den mauretanischen Hafen Nouadhibou. (dpa)