Italien trauert um Opfer der Fußball-Krawalle
05.02.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Die Menge applaudierte, als der Sarg mit dem Leichnam in den Dom getragen wurde. Bei der live vom italienischen Fernsehen übertragenen Zeremonie waren auch Innenminister Giuliano Amato, Außenminister Giancarlo Fini sowie Jugendministerin Giovanna Melandri anwesend.
Papst Benedikt XVI. kondolierte der Familie des Polizisten und verurteilte die Gewalttat. Die Krawalle hätten «die Welt des Fußballs besudelt», hieß es in einem Telegramm des katholischen Kirchenoberhaupts an den Erzbischof von Catania, Salvatore Gristina.
Bei der Suche nach den Tätern nahm die Polizei bislang etwa 30 Verdächtige fest. Auch der Hausmeister des Stadions, seine Frau und seine Tochter wurden wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt in Gewahrsam genommen.
Fanclubs und Wohnungen radikaler tifosi wurden durchsucht. Dabei wurden große Mengen an Sprengkörpern, Waffen und Drogen sichergestellt. Unter den Festgenommenen sind sieben Minderjährige. Laut Staatsanwalt Renato Papa wurden auch die Söhne zweier Ärzte und eines Polizisten in Gewahrsam genommen.
Raciti war binnen einer Woche das zweite Opfer bei Fußball-Krawallen in Italien. Laut Medien wurden insgesamt 71 Menschen verletzt. (nz)

