netzeitung.deItalien trauert um Opfer der Fußball-Krawalle

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Kollegen des getöteten Polizisten tragen seinen Sarg (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Kollegen des getöteten Polizisten tragen seinen Sarg
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Tausende italienische Fußballfans haben Abschied von dem bei einem Spiel getöteten Polizisten genommen. Bei der Fahndung nach den Tätern durchsucht die Polizei Fanclubs und Wohnungen.

Unter großer Anteilnahme der Öffentlichkeit hat im sizilianischen Catania die Trauerfeier für den bei Fußball-Krawallen getöteten Polizisten Filippo Raciti stattgefunden.

Wie italienische Medien am Montag berichten, versammelten sich tausende Menschen im Zentrum der Stadt, um von dem 38-Jährigen Abschied zu nehmen. «Catania sagt Nein zur Gewalt», stand auf einem Spruchband der Fans. Einer der Söhne des Opfers, der neunjährige Alessio, der mit seiner Mutter und anderen Angehörigen an der Feier teilnahm, hatte eine Polizeiuniform an.

Die Menge applaudierte, als der Sarg mit dem Leichnam in den Dom getragen wurde. Bei der live vom italienischen Fernsehen übertragenen Zeremonie waren auch Innenminister Giuliano Amato, Außenminister Giancarlo Fini sowie Jugendministerin Giovanna Melandri anwesend.

Papst Benedikt XVI. kondolierte der Familie des Polizisten und verurteilte die Gewalttat. Die Krawalle hätten «die Welt des Fußballs besudelt», hieß es in einem Telegramm des katholischen Kirchenoberhaupts an den Erzbischof von Catania, Salvatore Gristina.


Auch Minderjährige unter Verdächtigen
Racito war am Freitagabend bei Ausschreitungen während einer Partie von Catania Calcio gegen FC Palermo ums Leben gekommen. Laut Medienberichten starb er durch einen Schlag mit einer Eisenstange oder einen Tritt in den Magen.

Bei der Suche nach den Tätern nahm die Polizei bislang etwa 30 Verdächtige fest. Auch der Hausmeister des Stadions, seine Frau und seine Tochter wurden wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt in Gewahrsam genommen.

Fanclubs und Wohnungen radikaler tifosi wurden durchsucht. Dabei wurden große Mengen an Sprengkörpern, Waffen und Drogen sichergestellt. Unter den Festgenommenen sind sieben Minderjährige. Laut Staatsanwalt Renato Papa wurden auch die Söhne zweier Ärzte und eines Polizisten in Gewahrsam genommen.

Raciti war binnen einer Woche das zweite Opfer bei Fußball-Krawallen in Italien. Laut Medien wurden insgesamt 71 Menschen verletzt. (nz)