netzeitung.deMonster-Orkane nur alle zehn bis 20 Jahre

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Orkanschäden auf einem Hügel im nordrhein-westfälischen Werdohl (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Orkanschäden auf einem Hügel im nordrhein-westfälischen Werdohl
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Meteorologen zweifeln daran, dass Orkan «Kyrill» ein direktes Anzeichen für den Klimawandel war. Viel beunruhigender seien die milden Winter.

Zwei Tage nach dem schweren Orkan «Kyrill» gehen in ganz Deutschland die Aufräumarbeiten weiter, hohe Schäden werden bilanziert. Nach Einschätzung des Deutschen Wetterdienst (DWD) ist allerdings nicht damit zu rechnen, dass Orkane dieser Größenordnung in nächster Zeit häufiger auftreten werden.

Solche Stürme seien in Deutschland alle 10 bis 20 Jahre zu erwarten, sagte DWD-Sprecher Gerhard Lux in Offenburg. Ein direkter Bezug zum Klimawandel lasse sich aus solchen Einzelereignissen nicht herstellen.

«Betrachtet man die Stürme und Orkane der letzten 30 Jahre, so hat bislang weder deren Häufigkeit noch die Intensität zugenommen«, sagte Lux.

Auch in der Vergangenheit habe es oft stabile Westwetterlagen mit heftigen Stürmen über West- und Zentraleuropa gegeben. Anzeichen für den Klimawandel seien vielmehr der zu milde Winter und die großen Temperaturgegensätze über dem Nordatlantik.

Lux sieht «Kyrill» von seiner Ausdehnung her mit dem Orkan «Jeanett» aus dem Oktober 2002 durchaus vergleichbar, in der Intensität sei »Jeanett« jedoch gebietweise heftiger gewesen.

Orkan «Lothar» vom 26. Dezember 1999 habe in Süddeutschland zwar noch höhere Windgeschwindigkeiten gebracht, er sei allerdings deutlich kleinräumiger gewesen als «Kyrill», sagte Lux.

Stärkste Böe am Wendelstein
Die frühzeitigen Hinweise und Warnungen des Deutschen Wetterdienstes und die Berichte der Medien hätten geholfen, die Schäden durch «Kyrill» einigermaßen zu begrenzen. Nach einer ersten Bilanz des DWD waren die Gebirge, die Küsten, der Osten, die Kölner Bucht und der Südosten Bayerns am stärksten von dem Orkan betroffen.

Die stärkste Windböe wurde am Donnerstagabend an der DWD-Wetterwarte Wendelstein mit 202 Kilometern pro Stunde gemessen, dicht gefolgt vom Brocken im Harz mit 198 Kilometern pro Stunde.

In vielen Regionen Deutschlands wehten orkanartige Böen der Stärke 11 mit rund 110 Kilometern pro Stunde. Wenige Gebiete waren mit Böen zwischen 90 und 100 Kilometern pro Stunde nicht ganz so stark betroffen, darunter das Rhein-Main-Gebiet sowie die Region im Dreieck Bremen, Hamburg und Hannover. (nz)