netzeitung.deMillionen Menschen feiern das Jahr 2007

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Buntes Feuerwerk am Brandenburger Tor in Berlin (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Buntes Feuerwerk am Brandenburger Tor in Berlin
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

In ausgelassener Stimmung haben Millionen Menschen in aller Welt den Jahreswechsel gefeiert. Am Brandenburger Tor in Berlin stieg Deutschlands größte Silvesterparty - Höhepunkt war ein Feuerwerk aus 1000 Raketen.

Abermillionen Menschen haben weltweit das neue Jahr mit rauschenden Partys, spektakulärem Feuerwerk und knallenden Sektkorken begrüßt. In New York feierten bei milden Temperaturen und gutem Wetter mehr als eine Million Menschen das traditionelle Herabschweben der «Zeitkugel» auf dem Times Square.

Schon Stunden vorher hatte es während des gigantischen Showprogramms auf dem Broadway ein riesiges Gedränge gegeben. Rund 3,5 Tonnen Konfetti wurden verstreut. Auch fünf Jahre nach den Terroranschlägen vom 11. September herrschte höchste Sicherheitsstufe. Die Besucher mussten sich strengen Kontrollen unterziehen, Alkohol war verboten. Die Polizei war mit Spürhunden, Anti-Terror-Kräften und FBI-Beamten im Einsatz. Aus der Luft sicherten Hubschrauber das Viertel ab.

In Rio de Janeiro begrüßten mehr als eine Million Menschen das neue Jahr. Angesichts einer Anschlagsserie der Drogenmafia kurz vor Silvester hatte die Polizei zum Schutz der Feiernden zahlreiche Sicherheitskräfte aufgeboten.

In Berlin kamen Hunderttausende zu einem großen bunten Feuerwerk am Brandenburger Tor. Bei Deutschlands größter Silvesterparty knallten um Mitternacht die Sektkorken - dort, wo im Sommer Millionen Fußballfans gefeiert hatten. Auch diesmal war das Gedränge groß. Der Veranstalter zählte mehr als eine Million Besucher.

Größere Zwischenfälle registrierte die Polizei nicht. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) kam auf der Festmeile rund 400 Mal zum Einsatz - meist wegen Trunkenheit, Schwächeanfällen oder leichten Verletzungen durch Knallkörper. 70 Besucher mussten allerdings in Krankenhäuser eingeliefert werden. An Müll fiel laut Reinigungsdiensten dieses Mal deutlicher weniger an.

Großer Andrang am Brandenburger Tor
Das Silvesterfest begann wegen schlechten Wetters eine halbe Stunde später als geplant. Den Auftakt der riesigen Open-Air-Feier unter dem Motto «Welcome 2007» machte dann Sängerin LaFee. Zwischendurch wurden per Videoschaltung Live-Bilder aus Bombay und New York gezeigt. Für Stimmung sorgte besonders die New Yorker Band Scissor Sisters. Zeitweise war der Andrang so groß, dass Eingänge an der Hauptbühne geschlossen wurden.

Pünktlich zum Jahreswechsel funkelten die 1000 Raketen am Himmel. Wegen orkanartiger Sturmböen waren in der Nacht zum Sonntag aus Sicherheitsgründen Teile der Bühnen abgebaut worden, die erst wieder montiert werden mussten. Um den Zeitplan einzuhalten, verschoben die Veranstalter die Auftritte der bulgarischen Rocksängerin Roberta und der rumänischen Band Sistem. Ihre Auftritte waren als musikalischer Gruß der neuen EU-Mitglieder gedacht, die zum Jahreswechsel in die Union aufgenommen wurden.

Häufiger als im Vorjahr musste in Berlin die Feuerwehr an Silvester ausrücken. Zwischen 19 Uhr und 5 Uhr gab es demnach im Stadtgebiet 1774 Einsätze - zum Jahreswechsel 2005/2006 waren es 472 Notrufe weniger. In 632 Fällen wurden Brände gelöscht, die meist durch Feuerwerkskörper verursacht wurden.

Eine Silvesterrakete setzte den Dachstuhl am Seitenflügel des Wohnhauses des Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit (SPD) in Brand. Die Flammen konnten aber rasch gelöscht werden.

Kiribati feierte zuerst
Bereits 13 Stunden vor dem Jahreswechsel in Deutschland hatte auf der anderen Seite des Globus das Jahr 2007 begonnen. Punkt 11 Uhr deutscher Zeit wurde im östlichen Teil der Kiribati-Inseln im Südpazifik das neue Jahr begrüßt. Dort verläuft die Datumsgrenze. Danach begannen die Bewohner Neuseelands und anderer Pazifikstaaten wie Tonga und Tuvalu das neue Jahr.

Bei einer der größten Silvesterfeiern der Welt bot sich den Zuschauern um 14 Uhr MEZ in der australischen Stadt Sydney ein Feuerwerk der Superlative. Zu den Klängen von «Diamonds Are Forever» stiegen Lichterfontänen und Leuchtsterne in den sommerlichen Nachthimmel und tauchten den Hafen in ein Farbenmeer. Dazu funkelte ein überdimensionaler Diamant an der Hafenbrücke. Bei Temperaturen von rund 20 Grad feierten die Partygäste in schulterfreien Abendkleidern oder leichten Festanzügen.

In Neuseelands Hauptstadt Wellington wurde die Partylaune dagegen - untypisch für den Sommer - von kühlen zwölf Grad und stundenlangem Regen gedämpft. Mehrere Großveranstaltungen mussten abgesagt werden. Mit riesigen Leuchtfontänen am höchsten Haus der Welt begrüßten die Einwohner der taiwanesischen Hauptstadt Taipeh das Jahr 2007. Feuerwerker hatten am 508 Meter hohen Taipeh 101 Leuchteffekte installiert und um 17.00 MEZ auf die Sekunde genau gezündet.

108 Glockenschläge in Japan
In Japan erklangen zum Jahreswechsel 108 Glockenschläge. Sie sollten die 108 Begierden des Menschen oder 108 Übel des abgelaufenen Jahres vertreiben. Mit dem letzten Schlag begann das Jahr des Schweines. In Südkorea gab es zur Begrüßung des neuen Jahres nur 33 Glockenschläge. In Russlands Hauptstadt Moskau strömten rund 130.000 Menschen in die Innenstadt, um das Feuerwerk auf dem Roten Platz zu sehen. Zum ersten Mal konnten dort auf einer großen Eisfläche Schlittschuhläufer ihre Runden drehen.

In Paris begrüßten etwa 400.000 Menschen auf der Prachtstraße Champs-Elysées das neue Jahr. Wie schon seit Jahren zündeten Randalierer in verschiedenen Teilen Frankreichs hunderte von Autos an. Dennoch sprach die Polizei von einer «ruhigen Nacht». In London verfolgten etwa 350 000 Menschen am Ufer der Themse das Silvesterfeuerwerk. In mehreren britischen Städten wurden Veranstaltungen im Freien wegen des schlechten Wetters abgesagt.

Sorge um Sicherheit in Thailand
Überschattet wurde das Silvesterfest in Thailand von einer Serie von Bombenanschlägen, bei denen mindestens drei Menschen starben und mehr als 30 verletzt wurden. Als Reaktion wurden alle größeren öffentlichen Neujahrsfeiern abgesagt. Anders als auf der Erde knallen auf der Internationalen Raumstation ISS keine Korken, obwohl es dazu reichlich Anlass gegeben hätte: Die Raumstation sollte zum Jahreswechsel 16 Mal die Datumsgrenze überfliegen. Doch Alkohol ist der Besatzung aus dem russischen Kosmonaut Michail Tjurin, dem Amerikaner Michael Lopez- Alegria und der US-Astronautin Sunita Williams nicht erlaubt. (nz/dpa)