27.12.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Eine taiwanesische Seismologin zeigt eine Graphik des Erdbebens.
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Ein durch ein Erdbeben beschädigtes Untersee-Kabel vor der Küste Taiwans hat Internetverbindungen von China bis Malaysia zusammenbrechen lassen.
Das schwere Erdbeben vor der Küste von Taiwan hat mindestens zwei Menschen getötet. Sechs weitere Mitglieder der Familie konnten Helfer am Mittwoch aus den Trümmern eines viergeschossigen Hauses in der Stadt Hengchun retten. Insgesamt erlitten im Süden Taiwans nach Angaben der Feuerbehörde 42 Menschen Verletzungen. Auch das Internet brach in vielen Teilen Asiens komplett zusammen.
Der Grund: Das Beben beschädigte zwei Untersee-Kabel, was Telefon- und Internet-Verbindungen deutlich erlahmen ließ. Die größte Telefongesellschaft in Taiwan, Chunghwa Telecom, teilte mit, etwa die Hälfte ihrer Kapazitäten sei ausgefallen. Besonders betroffen waren die Verbindungen mit Malaysia, Singapur, Thailand und Hongkong. Auch aus Japan, Hongkong, China und Südkorea wurden Probleme gemeldet, darunter auch vom Außenministerium in Seoul. Die Reparatur der beiden Kabel werde bis zu drei Wochen dauern, sagte ein Sprecher von Chunghwa Telecom.
Der Erdstoß vor Taiwan am Dienstag hatte nach unterschiedlichen Messungen eine Stärke von 6,7 bis 7,1, kurz darauf folgte ein Nachbeben der Stärke 7. Am Jahrestag der Tsunami-Katastrophe im Indischen Ozean von vor zwei Jahren hatte das Beben in der asiatischen Pazifik-Region auch Furcht vor einer Flutwelle ausgelöst.
Ein weiteres Erdbeben der Stärke 5,6 auf der Richter-Skala hat am Mittwoch unterdessen die indonesische Insel Sulawesi erschüttert. Der Erdstoß ereignete sich nach Einschätzung von Experten in 210 Kilometern unter dem Meeresboden. Berichte über Opfer oder Schäden gab es zunächst nicht. (nz)