netzeitung.deDeutsche nach Krawall in Kopenhagen in Haft

 Herausgeber: netzeitung.de

Zusammenstöße zwischen Autonomen und der Polizei (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Zusammenstöße zwischen Autonomen und der Polizei
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Nach schweren Ausschreitungen im Zentrum der dänischen Hauptstadt sind noch 20 Deutsche in U-Haft. Vermummte Autonome hatten mit Steinen auf Beamte geworfen.

Von den 273 bei Krawallen in Kopenhagen festgenommenen Autonomen befinden sich noch 84 Ausländer in Untersuchungshaft, wie die dänische Polizei am Sonntag mitteilte. Unter ihnen sind demnach 20 Deutsche. Alle festgenommenen Dänen kamen dagegen wieder auf freien Fuß.

Bei den Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Polizisten in der Kopenhagener Innenstadt waren am Samstag vier Autonome und zwei Polizeibeamte teils schwer verletzt worden. Ein Demonstrant verlor vier Finger, als ein Kanonenschlag in seiner Hand detonierte. Ein Polizist wurde durch einen Pflasterstein am Kopf getroffen.

Die Proteste richteten gegen die geplante Räumung des «Ungdomshuset» («Jugendhaus»). Vermummte Randalierer schleuderten Steine, zerstörten Schaufensterscheiben und errichteten Barrikaden.

Vermummungsverbot
Augenzeugen warfen den Polizisten ein zu hartes Vorgehen vor. Die Polizei begründete dies unter anderem auch mit der Verletzung des in Dänemark geltenden Vermummungsverbotes.

In der letzten Woche waren Autonome aus Deutschland sowie aus den Nachbarländern Schweden und Norwegen nach Kopenhagen gereist, um das «Ungdomshuset» im Stadtteil Nørrebro gegen die erwartete Zwangsräumung zu verteidigen.

Das 1982 besetzte und den Jugendlichen später von der Stadt Kopenhagen zur Nutzung überlassene Haus ist an eine Freikirche verkauft. Der Sprecher einer Unterstützungsgruppe für das Jugendhaus kündigte am Sonntag im Rundfunk die Einstellung aller Aktivitäten ein. Er begründete dies mit der von Demonstranten zu verantwortenden Gewalttätigkeit. (nz)