07.12.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Computerspieler
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
In Cottbus hat ein 19-Jähriger gestanden, einen Obdachlosen zu Tode geprügelt zu haben. Nach eigenen Angaben wollte er Frust abbauen - weil er zu oft Computerspiele verloren hatte.
Ein 19-Jähriger hat die brutale Tötung eines Obdachlosen gestanden. Er habe Aktionen aus einem Wrestling-Computerspiel imitiert, sagte der junge Mann zum Prozessauftakt am Donnerstag vor dem Landgericht Cottbus.
Demnach traf er sein Opfer im Juli in Cottbus und malträtierte es mit Tritten und Schlägen. Dann habe er gesehen, dass der Mann tot sei.
Als Gründe nannte er Ärger über eine vorangegangene Polizeikontrolle - und Niederlagen in einem Computerspiel. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Mord aus Heimtücke vor.
Nach viel Bier aggressivDer Beschuldigte hatte nach eigenen Angaben viel Bier getrunken, als er das spätere Opfer an einer Straßenbahnhaltestelle traf. Er sei dann aggressiv geworden. «Da kamen die Bilder von dem Computerspiel mit Fußtritten und Faustschlägen in mir hoch, und ich wollte das nachmachen», gab er vor der Jugendstrafkammer an.
In dem betreffenden Playstation-Spiel kämpfen virtuelle Ringer gegeneinander und springen auf den Körpern ihrer Gegner herum.
Er habe den Mann aber nicht töten, sondern nur seinen Frust abreagieren wollen. Das Computerspiel soll bei der Beweisaufnahme am kommenden Montag im Gerichtssaal vorgespielt werden. Dann wird auch ein Hirnforscher aus Ulm erwartet. Er soll zu der Frage gehört werden, ob intensives Spielen von brutalen Computerspielen Auswirkungen auf die Schuldfähigkeit haben kann. (nz)