netzeitung.deZu teuer - Zoo vergiftet Löwen

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Löwe (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Löwe
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Der für seine schwarze Mähne bekannte äthiopische Löwe existiert etwa 1000 Mal in freier Wildbahn. Trotzdem lässt ein Zoo aus Adis Abeba die Tiere vergiften und ausstopfen.

Aus Kostengründen werden in einem äthiopischen Zoo seltene Löwen vergiftet. Der Löwen-Tierpark in der Hauptstadt Addis Abeba könne sich die teure Haltung der Jungtiere nicht leisten, sagte der Verwalter des Tierparks, Muhedin Abdulaziz, am Mittwoch.

Die getöteten Äthiopischen Löwen würden für 170 Dollar an Tierpräparatoren verkauft, die sie ausstopften und anschließend weiterverkauften. «Diese Tiere sind der Stolz unseres Landes», beklagte Abdulaziz und forderte zugleich: «Wir müssen etwas tun. Aber zurzeit ist es unsere einzige Möglichkeit, sie den Präparatoren zu geben.» Nach Schätzung von Naturschützern leben weltweit nur noch etwa 1000 Äthiopische Löwen in Freiheit.

Tieschützer entsetzt
Die für ihre schwarze Mähne bekannte Großkatze ist etwas kleiner als andere Löwenarten. Sie ist das Wahrzeichen Äthiopiens und ziert unter anderem die Landeswährung. Der Zoo habe laufende Betriebskosten in Höhe von 6000 Dollar pro Monat, wohingegen die Einnahmen nur bei 5000 Dollar lägen, sagte Abdulaziz.

Die Praxis, Löwenjungen zu vergiften, gebe es seit mindestens zwei Jahren, diese sei für die Tiere schmerzfrei, hieß es. Wie viele Löwen bereits getötet wurden, war zunächst nicht bekannt. Tierschützer haben sich bereits mehrfach entsetzt über die Zustände in dem fast 60 Jahre alten Löwen-Zoo geäußert. Dort sind in mehreren, von Stacheldraht umgebenen Käfigen insgesamt 16 erwachsene Löwen und fünf Jungtiere untergebracht. (nz)