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Amokläufer Bastian B. schoss sich in den Mund

21. Nov 2006 15:33, ergänzt 16:34
Mit dieser Waffe tötete sich Amokläufer Bastian B.
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Mit einem Vorderlader hat Bastian B. seinem Leben ein Ende gesetzt. Zwei der drei Waffen, die er mit in die Schule in Emsdetten nahm, waren frei erhältlich.

Gerichtsmediziner aus Münster haben bei der Obduktion des Schul-Schützen von Emsdetten festgestellt, dass sich Bastian B. selbst erschossen hat. Der Schuss sei mit einer 15-Millimeter-Vorderladerwaffe abgefeuert worden. Der 18-Jährige habe sich die Waffe direkt in den Mund gehalten. Er sei sofort tot gewesen, sagte ein Polizeisprecher.

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Die Waffe werde mit Hilfe von Schwarzpulver gezündet, sagte Oberstaatsanwalt Wolfgang Schweer. Das verbrannte Schwarzpulver habe eine giftige Gaswolke entstehen lassen. So seien die schweren Gesichtsverletzungen zu erklären, die der Mann davongetragen hatte und die die Identifizierung der Leiche erschwert hatten. Die Obduktion dauerte nach Schweers Angaben drei Stunden.

Die Ermittler hatten nach dem Amoklauf drei Schusswaffen sichergestellt. Es handelt sich um zwei Gewehre und eine Pistole mit jeweils historischem Aussehen. Zwei der Waffen seien auch ohne so genannten Erwerbsschein frei im Handel erhältlich. Für die dritte - ein Kleinkaliber-Gewehr - sei ein Waffenschein erforderlich, teilte die Polizei in Münster mit.

Bei den Waffen, die ohne Erwerbsschein erhältlich sind, handelt es sich nach ersten Erkenntnissen um so genannte Perkussionswaffen, wie sie früher etwa zur Jagd benutzt wurden. Sie können ab dem 18. Lebensjahr frei erworben werden. Sie werden über die Laufmündung mit einer Treibladung und einem Geschoss geladen. Um die Waffe feuerbereit zu machen, muss ein Zündhütchen aufgesetzt werden.

Nach Angaben von Polizei- Einsatzleiter Hans Volkmann verfügte der Schütze über einen so genannten Kleinen Waffenschein, den für den Besitz von Gas- und Schreckschusswaffen ausgestellt wird. Laut Staatsanwaltschaft gibt es erste Hinweise darauf, dass sich der Mann die Waffen über das Internet besorgt hat.

Wahllos in Gruppen von Schülern gefeuert

Bei dem Amoklauf von Emsdetten hat es offensichtlich nur mit großem Glück nicht mehrere Tote gegeben. Mindestens drei Mal schoss der 18 Jahre alte Täter vor seinem Tod wahllos in Gruppen von Schülern, wie Staatsanwaltschaft und Polizei Münster mitteilten.

Zuvor hatte er auf dem Schulhof seiner Realschule wahllos auf Schüler, eine Lehrerin sowie den Hausmeister geschossen. Insgesamt wurden 37 Menschen verletzt. (nz)

 
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