Schul-Schütze spielte «Counterstrike» nach
20. Nov 2006 18:27
 |  Das 'Team' von Bastian B. stellt eine Szene aus dem Computerspiel 'Counterstrike' nach | Foto: nz (screenshot) |
|
Der Schulschütze von Emsdetten ist nach Recherchen der Netzeitung schon vor Jahren in die virtuelle Welt der Computerspiele abgedriftet. Er stellte mit Freunden das Spiel «Counterstrike» sogar in der Realität nach.
Von Matthias NareyekBastian B., der 18-jährige Schulschütze aus Emsdetten, ist seit Jahren leidenschaftlicher Counterstrikespieler gewesen. Im Internet war er unter seinem Pseudonym «ResistantX» auf zahlreichen Homepages zu dem umstrittenen Gewaltspiel zu finden, an dem er selbst aktiv mitwirkte. Nach Informationen der Netzeitung entwarf er zahlreiche für andere spielbare Szenarien des Spiels und stellte diese virtuellen Karten online zur Verfügung. Einer dieser Karten gab er den Namen «Hallofdeath» (Halle des Todes).
2003 gründete er mit Freunden in Emsdetten ein Soft-Air-Team. Soft-Air ist ein Militärspiel, bei dem sich die Gegner in realen Duellen mit scharfen Waffen nachempfundenen Luftdruckgewehren beschießen, unter anderem auch mit Farbkugeln.Das Team stellte so etwa in einer Kiesgrube Szenen aus dem Computerspiel «Counterstrike» in Echt nach. Unter der Überschrift «Taste goes Dust» veröffentlichte er Fotos der Kampfspiele auf seiner Homepage. Die Jugendlichen versuchten, ein ihnen aus dem Computerspiel «Counterstrike» bekanntes Gelände in der Realität nachzustellen.
Polizei soll bei den Spielen zugesehen haben
Während die Jugendlichen sich in der Kiesgrube spielerisch bekämpften, soll laut einem Forumsbeitrag von Bastian B. auch die Polizei zugegen gewesen sein. Wie ein Foto auf seiner Homepage belege, sahen die Beamten dem Treiben zu und schritten nicht ein. Die Homepage von Bastian B. war wenige Stunden nach der Tat nicht mehr erreichbar - sie zeigte nur noch einen Sperr-Vermerk.Sein Netz-Pseudonym «ResistantX» hatte sich Bastian B. schon «2003 oder 2004 zugelegt», wie in einem von ihm verfassten Forums-Beitrag zu lesen war. Seine Einstellung zum Leben war demnach schon seit längerer Zeit von Resignation geprägt: Sein Pseudonym sei «gleichzusetzen mit 'Vergänglichkeit', da alles bis zu einem bestimmten Punkt (X) zusammenbricht. Vergänglichkeit ist meiner Meinung nach das beste, was es auf dieser Welt gibt!» Als Lebensmotto gab er an: «Das Leben ist scheiße aber mach dir nichts draus, lebendig kommst du sowieso nicht raus!»
Hobbys: Doom
B. gab in verschiedenen Foren für gewalttätige Computerspiele wie «counterstrike.de», «quake.de» oder «doom2.de» unter Hobbys das Computerspiel «Doom» an, ebenfalls ein Schießspiel aus der «Ich-Perspektive», ein so genannter «Ego-Shooter».Ein weiteres seiner Hobbys waren Gewaltvideos. In seinem Regal standen laut eigener Forumseinträge fünf Teile der gewaltträchtigen «Hallooween»-Horrorfilme.
Auf dem Internetportal «myvideo.de» veröffentlichte er insgesamt vier selbst produzierte Videos unter anderem mit dem Titel: «Killer».