14.11.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Konfiszierte Schuhe in Hamburg
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Am Hamburger Hafen wurden in den vergangenen Wochen so viele gefälschte Markenartikel wie noch nie beschlagnahmt. Die Produkte von Rolex bis Adidas werden jetzt vernichtet.
Der Hamburger Zoll hat nach eigenen Angaben die größte je gefundene Menge gefälschter Markenprodukte sichergestellt. Die mehr als eine Million Paar Sportschuhe sowie tausende Uhren und Spielwaren hätten im Original einen Handelswert von mindestens 383 Millionen Euro.
Die Plagiate lagen demnach in insgesamt 117 Containern, die seit Ende August im Hafen der Hansestadt beschlagnahmt wurden. «Allein die Stückzahl der sichergestellten Produkte ist gigantisch», sagte Zoll-Sprecher Arne Petrick. Festnahmen habe es nicht gegeben, es würden aber Ermittlungen geführt. Die Behörden präsentierten auf dem Hafengelände Berge geschredderter Ware.
Das Material soll später teilweise zu Bodenplatten für Sportplätze verarbeitet werden. Um die große Menge rasch vernichten zu können, haben sich drei Hamburger Unternehmen zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammengeschlossen.
Die Produkte waren den Angaben zufolge von Asien nach Hamburg verschifft worden und für Empfänger in Österreich, Ungarn und Italien unter Angabe von teilweise nicht existierenden Adressen bestimmt. Bei den Sendungen handelt es sich demnach um 101 Container mit etwa 945.000 Paar Sportschuh-Plagiaten von Nike, acht Container mit rund 72.000 gefälschten Schuh-Paaren von Adidas und zwei Containern mit etwa 33.000 Sportschuh-Paaren von Puma.
77.000 gefälschte UhrenZudem wurden vier Container mit weiteren Schuh-Plagiaten verschiedener Markenhersteller beschlagnahmt. Hinzu kam ein Container mit rund 77.000 gefälschten Uhren sowie Spielzeuge, Softair-Waffen und gefälschte Textilien. Der Zoll geht davon aus, dass noch weitere Container mit gefälschten Waren gefunden werden.
Der in diesem Fall verhinderte wirtschaftliche Schaden von über 383 Millionen Euro nähere sich demnach allein schon jetzt dem Doppelten der bundesweiten Sicherstellungen des Jahres 2005 von 213,4 Millionen Euro. Bereits vor diesem Aufgriff seien in diesem Jahr im Hamburger Hafen bis Ende August gefälschte Waren im Gesamtwert von 107 Millionen Euro sichergestellt worden.
Härtere Maßnahmen gefordertBei einem Besuch in Peking hat US-Handelsminister Carlos Gutierrez die chinesische Regierung zu härteren Maßnahmen gegen Produktpiraterie aufgerufen. Das Urheberrecht müsse in jeder Hinsicht besser geschützt werden, betonte Gutierrez am Dienstag in einer Rede vor chinesischen und amerikanischen Geschäftsleuten.
Andernfalls könnten sich die Handelsbeziehungen Chinas mit den USA drastisch verschlechtern. Noch immer würden mehr gefälschte Markenwaren aus China aufgegriffen als aus allen anderen Ländern zusammen, kritisierte der Minister. Die Regierung in Peking müsse auf diesem Gebiet also mehr tun, um kriminellen Banden das Handwerk zu legen. Die USA haben schon seit langem ein hohes Defizit im Handel mit China, das in diesem Jahr um vermutlich zwölf Prozent auf 228 Milliarden Dollar ansteigen wird. (nz)