Netzeitung Logo
 
DruckenVersenden
 

Stephanie-Entführer ist «seelisch abartig»

11. Nov 2006 13:46
Mario M.
Bild vergrößern
Der Sexualverbrecher Mario M. ist zwar hochintelligent, aber auch «schwer gestört». Das bescheinigte der Gerichts-Gutachter. Der Anwalt vermutet den Grund dafür in M.s platter Nase.

Stephanie-Entführer Mario M. leidet nach Einschätzung des Gerichts-Gutachters Hans-Ludwig Kröber an einer «schweren Persönlichkeitsstörung». Diese habe den Rang einer «seelischen Abartigkeit», berichtet das Nachrichtenmagazin «Focus» unter Berufung auf das vorläufige psychiatrische Gutachten. Der 36-Jährige sei «überdurchschnittlich» intelligent. Sein Intelligenz-Quotient beträgt dem Bericht zufolge 138.

Mehr in der Netzeitung:
Wegen der seelischen Beeinträchtigung habe sich sein Mandant «mental und emotional von seinen Mitmenschen und ihren Werten entfernt», sagte Verteidiger Andreas Boine dem «Focus». Er sehe ein Kindheitstrauma von M. als eine der Ursachen für die Störung an. «Ab dem Alter von drei Jahren war er stark entstellt durch ein Furunkel auf der Nase. Sein Nasenrücken war komplett zerstört.» Unter seiner «platten Boxernase» habe der Angeklagte bis in seine Jugend gelitten und «eine starke Stigmatisierung erlebt», meinte Boine.

Bilderschau:
Seit Montag muss sich der arbeitslose Anlagenmonteur M. wegen Vergewaltigung, Geiselnahme, Kinderpornografie und anderer Straftaten vor dem Dresdner Landgericht verantworten. Er hatte zu Prozessbeginn gestanden, Anfang des Jahres die damals 13 Jahre alte Schülerin Stephanie entführt und wochenlang sexuell misshandelt zu haben. Er war 1999 wegen schweren Kindesmissbrauchs zu drei Jahren und vier Monaten Haft verurteilt worden. Nach einem positiven Gutachten kam er nach Verbüßung von zwei Dritteln der Strafe auf Bewährung frei.

M. war am Mittwoch beim Hofgang seinen beiden Bewachern entwischt und auf ein Gefängnisdach geklettert, wo er rund 20 Stunden ausharrte. Nach dieser spektakulären Kletteraktion forderte der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Konrad Freiberg, eine grundlegende Überprüfung aller Gefängnisse. «Dass ein gefährlicher Straftäter mit der Justiz Katz und Maus spielen kann und damit den Rechtsstaat verhöhnt, dürfen wir nicht mehr zulassen», sagte Freiberg der «Passauer Neuen Presse».

Solche Pannen seien «unter keinen Umständen hinnehmbar». Es müsse immer wieder neu geprüft werden, ob bei diesen Tätern im Strafvollzug nicht schärfere Bedingungen gelten sollten. Freiberg warnte davor, im Strafvollzug den Weg der Privatisierung zu gehen: «Hier ist einzig und allein der Staat in der Verantwortung.» (nz)

 
Drucken
Versenden
  • Bookmark:
  • Mister Wong Webnews Yigg Linkarena Google My Space Del.icio.us Oneview Facebook Twitter
 
Zu weiteren Bildergalerien
Zu weiteren Bildergalerien
Zum Wissenstest

Alle Wissenstests

 
Wochenlang Trauerfeiern für den «King of Pop»?: 
L.A. fürchtet Chaos bei Jackson-Gedenken
Abschied von «Jacko» am Ort der letzten Probe: 
«Don't Care About Us»: Jacksons letzte Moves
Zum Wissenstest

Alle Wissenstests

Live Top 5
netzeitung.de auf Ihrer iGoogle-Seite
Zum Wissenstest

Alle Wissenstests

  •  Berlin 27°
  •  Hamburg 23°
  •  Köln 26°
  •  Frankfurt 27°
  •  Stuttgart 26°
  •  München 24°
Sie müssen JavaScript aktiviert und Flash 8 installiert haben, um diese Seite in vollem Umfang nutzen zu können.
Aus anderen Ressorts
Anzeigen:
Zur Autogazette

Geschäftsführer: Robert Rischke | Chefredakteurin: Domenika Ahlrichs | Impressum | Datenschutz
NZ Netzeitung GmbH · Karl-Liebknecht-Str. 29 · 10178 Berlin · Tel.: 030 23 27 6840 · Fax: 030 23 27 6874
Alle Rechte © 2009 NZ Netzeitung GmbH
 
Vermarktung: DZH Online Media Sales Group GmbH
 
IT & Security by Procado
 
[ai:ti]-Quotes&Charts: IT Future AG
Quellen der Börsendaten: IT Future AG, Standard&Poor's Comstock Inc. und weitere.