netzeitung.deVater will Stephanie von Gericht fernhalten

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Auch vor dem gewaltigen Medieninteresse will Stephanies Vater seine Tochter beschützen (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Auch vor dem gewaltigen Medieninteresse will Stephanies Vater seine Tochter beschützen
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Stephanies Vater hat ausgeschlossen, dass seine Tochter am Donnerstag als Zeugin vor Gericht erscheint: Ihre Sicherheit sei nicht gewährleistet.

Joachim R., der Vater von Vergewaltigungsopfer Stephanie aus Dresden lehnt eine Aussage seiner Tochter vor Gericht strikt ab. Das sei nach der Flucht des Angeklagten auf das Dach der Dresdner Justizvollzugsanstalt am Mittwoch undenkbar, sagte der Vater dem Sender N24. Die gesamte Familie werde nicht vor Gericht erscheinen.

«Ich will erstens nicht, dass meine Tochter den totalen Rückschlag kriegt», klagte der Vater. «Und zum Zweiten: Meine Tochter braucht nicht mehr auszusagen. Dazu braucht sie nichts mehr zu sagen. Das langt, was hier abläuft.» Er müsse nun offenkundig selbst für die Sicherheit seiner Familie sorgen. «Ich kann mich hier auf niemanden mehr verlassen - es ist traurig, aber wahr.»

Vater «schockiert»
Über die Flucht des Peinigers von Stephanie auf ein Dach der Justizvollzugsanstalt Dresden zeigten sich die Eltern der 14-Jährigen entsetzt: «Unfassbar. Stephanie hat immer wieder auf die Gefährlichkeit von Mario M. hingewiesen», sagte Vater R. Aber man habe es immer ignoriert.

Im Übrigen gehe aus den Akten hervor, dass der Angeklagte Mario M. früher im Gefängnis schon einmal solch einen Fluchtversuch unternommen habe. Es sei unvorstellbar, dass dieser Mann jetzt Freigang im Hof bekommen habe. Stephanie werde von der Familie und Freunden streng abgeschirmt. «Wir lassen uns das, was wir wieder aufgebaut haben, nicht wieder kaputt machen», so Rudolph.

Gegen die Wand
Der Angeklagte muss sich wegen Vergewaltigung, Geiselnahme und anderer Straftaten verantworten. Er hatte Anfang 2006 die Schülerin Stephanie fünf Wochen in seiner Wohnung gequält.

Im Gespräch mit der «Bild»-Zeitung zeigte sich Stephanies Vater versöhnlich: «Ich versuche lieber, meinen Hass in positive Gefühle für Stephanie umzuwandeln.» Er könne aus Wut über das, was der «Kerl» seiner Tochter angetan habe «gegen eine Wand laufen. Aber das bringt ihr nun nichts mehr.» (nz)