Angeklagter gesteht Misshandlung von Stephanie
06.11.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Stephanie und ihre Eltern waren am ersten Prozesstag nicht anwesend. Mario M. ertrug die Verlesung der Anklage kaum: Er sprang plötzlich auf und erweckte den Eindruck, als wolle er weglaufen. Sofort griffen mehrere Polizisten ein. Sie überwältigten den Angeklagten, der sich heftig wehrte, und führten ihn aus dem Gerichtssaal.
Laut Anklage zerrte der Beschuldigte am 11. Januar dieses Jahres Stephanie auf dem Weg zur Schule in Dresden in sein Auto und hielt sie fast fünf Wochen lang in seiner Wohnung gefangen. Staatsanwältin Liane Pospischil sagte, der Angeklagte habe die damals 13-Jährige gezielt als Opfer ausgesucht und rund acht Wochen beobachtet, ehe er sie am 11. Januar dieses Jahres auf dem Weg zur Schule gefesselt und in einer Holzkiste zu seiner Wohnung gebracht habe.
Er habe Stephanie erklärt, dass sie als seine Sexsklavin bis zum 14. Lebensjahr bei ihm bleiben werde, sagte die Staatsanwältin. Das Mädchen musste täglich mehrere Male perverse Fantasien des Täters erfüllen. Mario M. soll die 13-Jährige auch gewürgt und öfter geknebelt in die 50 mal 49 mal 94 Zentimeter große Kiste gesperrt haben.
Ein 31-jähriger Dresdner entdeckte einen der Zettel am 15. Februar an einem Müllcontainer und alarmierte die Polizei. Sie befreite daraufhin das Mädchen. Das Gericht hat für das Verfahren zunächst neun Verhandlungstage angesetzt.
M. droht eine Freiheitsstrafe von 15 Jahren mit anschließender Sicherungsverwahrung. Laut einem Gutachter liegt bei Mario M. keine verminderte Schuldfähigkeit vor. Die Staatsanwaltschaft hatte vor dem Prozess immer wieder betont, alles zu unternehmen, damit Mario M. nie wieder auf freien Fuß kommt. Auch Stephanie hatte in einem ZDF-Interview die Hoffnung geäußert, dass Mario M. lebenslang ins Gefängnis komme. (nz)

