Millionen Menschen nach Blackout im Dunkeln
Ohne Elektrizität blieben auch hunderttausende Haushalte in Deutschland, im belgischen Flandern sowie in mehreren Regionen Italiens und Spaniens. Auch der Osten Österreichs sei betroffen gewesen, berichtet die Nachrichtenagentur Apa.
Nach etwa einer halben Stunde hatten die Stromversorger die Lage schließlich unter Kontrolle und die Lichter gingen wieder an. Über Schäden oder Verletzte wurde zunächst nichts bekannt. Die genauen Umstände, die zu den Ausfällen führten, werden derzeit untersucht.
Um einen völligen Blackout zu vermeiden, schalten Computer «brutal» den Strom für einen Teil der Konsumenten ab, sagte Bornard. Damit werde ein völliger Zusammenbruch abgewendet. Bornard sprach in diesem Zusammenhang vom «Kartenhaus»-Phänomen.
Die Elektrizität sei gegen 22 Uhr ausgefallen. Zwischen 22:30 und 23 Uhr sei die Panne wieder behoben gewesen, hieß es bei RTE. In Nordrhein-Westfalens gingen für mehrere hunderttausend Menschen kurz nach 22 Uhr die Lichter aus. Betroffen waren nach Angaben eines Sprechers der Kölner Bezirksregierung Gebiete im Erftkreis, in den Kreisen Düren und Euskirchen sowie in der Stadt Köln.
Nach Angaben des bayerischen Landeskriminalamtes in München war die Elektrizität in den Landkreisen Coburg, Kronach und Lichtenfels ausgefallen. Ebenfalls seien Teile Baden-Württembergs, Hessens, Thüringens, Brandenburgs, des nördlichen Saarlandes sowie Gebieten von Rheinland-Pfalz ohne Elektrizität gewesen.
In Frankreich waren mehrere Arrondissements von Paris sowie die Region Lyon aber auch Teile Nordfrankreichs, darunter Caen in der Normandie und Rennes in der Bretagne betroffen. In Frankreich hatten wegen der Stromausfälle etwa zehn Hochgeschwindigkeitszüge Verspätungen, teilte die Eisenbahngesellschaft SNCF mit.
In Spanien fiel der Strom in der Region Madrid, in Katalonien, im Gebiet von Valencia, in Andalusien und in Gebieten südlich von Madrid aus. Selbst in Marokko in Nordafrika habe die Panne Auswirkungen gezeigt, berichteten spanische Medien am Sonntagmorgen.
In Italien war vor allem das Gebiet um die Städte Turin und Genua im Nordwesten des Landes betroffen, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete. Die Agentur Apcom meldete unter Berufung auf das Innenministerium in Rom, es habe auch in der südlichen Region Kalabrien Stromausfälle gegeben.
Der Sprecher der RWE Rhein-Ruhr, Theo Horstmann, sagte der Nachrichtenagentur dpa, die genaue Ursache und der Ort der Störung seien noch unklar.
Bei RWE und der Polizei meldeten sich zahlreiche besorgte oder verärgerte Anrufer. «Unsere Telefone stehen überhaupt nicht mehr still», sagte ein Sprecher der Kölner Polizei. (nz/dpa)
