31.10.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Festnahme des Tatverdächtigen
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Die Eltern des Dresdner Entführungsopfers Stephanie sind dafür, dass das Mädchen vor Gericht aussagt. Sie wehren sich vehement gegen die Sorge des Staatsanwaltes, ihre Tochter könnte Schaden nehmen.
Kurz vor Prozessbeginn gegen den Peiniger der mehr als 100 Mal vergewaltigten Stephanie aus Dresden haben sich die Eltern des Mädchens gegen die Staatsanwaltschaft gewandt. Im Gegensatz zu dem Ankläger befürworten sie eine Aussage ihrer 14-jährigen Tochter vor Gericht, berichtet die «Bild»-Zeitung am Dienstag.
«Wir haben schon lange gefordert, dass Stephanie aussagt, damit der Angeklagte für immer weggesperrt wird», zitiert die Zeitung den Vater von Stephanie. «Das Gericht hat uns und unseren Anwälten jetzt recht gegeben, indem es Stephanie hört: Ihre Aussage ist wichtig und wird ihr nicht schaden. Sie ist stark genug, das durchzustehen.»
Dresdens Oberstaatsanwalt Christian Avenarius hatte am Montag Befürchtungen geäußert, dass Stephanie noch Monate oder Jahre nach einer Aussage traumatisiert bleibe. Aus diesem Grunde habe die Staatsanwaltschaft sie nicht eingeladen, sagte Averius. Er kritisierte auch Interviews des Mädchens, der Eltern und der Anwälte. Vor einem Monat war Stephanie zu Gast in einer TV-Talksendung.
Die Eltern finden nun für Avenarius keine guten Worte mehr: «Der Staatsanwalt soll sich schämen.»
Am 11. Januar dieses Jahres war Stephanie auf dem Weg zum Gymnasium entführt worden. 36 Tage lang war sie in der Gewalt von Mario M., bis die Polizei sie befreite. Dem 36 Jahre alten Angeklagten werden Geiselnahme, Kindesentziehung und mehr als 30 sexuelle Übergriffe auf das Mädchen vorgeworfen.
Das Gericht hat in der Ladung angekündigt, Stephanie werde in «ruhiger und behutsamer Weise» vernommen. Stephanies Mutter geht davon aus, dass der Angeklagte nicht dabei sein wird, wenn die Richter sie hören. «Seinen Anblick kann ich nicht ertragen. Ich will ihn nie wiedersehen», sagte sie der Zeitung. (nz)