26. Okt 2006 16:41
Der letzte Atomtest in Nordkorea hat die Nachbarn im Süden verängstigt. Viele suchen Trost bei ihrem Partner. Die Zimmeranfragen bei Stundenhotels und der Kondomverkauf sind deutlich mehr geworden.
Nach Angaben einer führenden südkoreanische Supermarktkette stieg die Zahl der verkauften Kondome in der Woche nach dem Test vom 9. Oktober von durchschnittlich täglich 1508 auf 1930. Eine andere Kette verkaufte nach eigenen Angaben in der Woche nach dem Test Kondome im Wert von 3,54 Millionen Won (2957 Euro), 14,8 Prozent mehr als im September. Und nach einem Bericht der Zeitung «Chosun Ilbo» verzeichnete ein populäres Online-Buchungssystem in den zwei Wochen nach dem 9. Oktober einen Anstieg der Reservierungen für Stundenhotels. Laut dem Online-System sind die Zimmer bis zum November ausgebucht.Die südkoreanische Regierung will unterdessen den Sanktionen der Vereinten Nationen gegen Nordkorea folgen und bereitet entsprechende Reisebeschränkungen vor. Vereinigungsminister Lee Jong Seok kündigte am Donnerstag nach einer Meldung der Nachrichtenagentur Yonhap an, dass neben einem Einreiseverbot für bestimmte Funktionäre des Nachbarstaates auch der innerkoreanische Handel stärker kontrolliert werden solle als bisher. Die kommunistische Regierung im Norden hatte Südkorea am Mittwoch davor gewarnt, sich den internationalen Sanktionen anzuschließen. Dies könnte zu einem völligen Zusammenbruch der Beziehungen zwischen beiden koreanischen Staaten führen, hieß es in einer Erklärung der amtlichen Nachrichtenagentur KCNA.
Laut einem Bericht des südkoreanischen Verteidigungsministeriums hat der Norden vermutlich bis zu 50 Kilogramm Plutonium gewonnen, ausreichend für bis zu sieben Atombomben. Außerdem arbeite das Regime an einem kleinen Atomsprengkopf, der von einer ballistischen Rakete transportiert werden könne. (AP)