netzeitung.deWarnschüsse auf deutsches Schiff vor Polen

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Die Küste von Usedom (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Die Küste von Usedom
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Zwischen der Besatzung eines deutschen Schiffes und polnischen Zöllnern hat es vor der Ostseeküste bei Usedom Streit gegeben. Dabei sollen Grenzer das Schiff beschossen haben.

Die deutsche Botschaft hat sich in die Klärung eines Zwischenfalls mit einem deutschen Ausflugsschiff im Grenzgebiet vor der Insel Usedom eingeschaltet. Wie Zeitungen am Donnerstag berichteten, sollen polnische Grenzer auf das Schiff geschossen haben. Der erst vor drei Wochen aufgenommene Verkehr zwischen Usedom und den polnischen Häfen Swinemünde und Misdroy wurde daraufhin eingestellt.

«Wir bemühen uns um Klärung», sagt ein Sprecher des Auswärtigen Amts der «Ostsee-Zeitung». Die Bundespolizei bestätigte, dass das Schiff während einer Kontrolle mit drei polnischen Zöllnern an Bord nach Deutschland zurückgekehrt war. Nach Angaben der Reederei Sven Paulsen wurde es dabei vom polnischen Grenzschutz verfolgt.

Der Neubrandenburger «Nordkurier» berichtete, polnische Sicherheitskräfte hätten über die «Adler Dania» hinweggeschossen. Besatzungsmitglieder gingen demnach davon aus, dass aus Maschinenpistolen und Gewehren geschossen worden sei.

Polnische Beamte angeblich «gekidnappt»
Der Stettiner Zollsprecher Janusz Wilczynski sagte der Zeitung, die polnischen Beamten seien an Bord der «Adler-Dania» an der Ausübung ihres Dienstes in polnischen Hoheitsgewässern gehindert worden. «Die deutsche Besatzung hat die polnischen Beamten gekidnappt», so der Sprecher. Jetzt ermittele die Stettiner Staatsanwaltschaft gegen den Schiffsführer. Er habe Signalraketen und das Grenzschutzboot der Polen ignoriert.

Die «Adler-Dania» wurde inzwischen vom polnischen Grenzschutz auf die Liste der unerwünschten Schiffe gesetzt. Die Reederei teilte mit, sie habe Anzeige gegen drei Uníformierte wegen illegalen Aufenthalts an Bord erstattet. Demnach wollten die Männer Spirituosen an Bord konfiszieren, konnten sich aber nicht ausreichend ausweisen.

Die Reederei erklärte, bereits im Sommer 2004 und Anfang Oktober 2006 hätten polnische Zöllner rund 560.000 Zigaretten unberechtigt beschlagnahmt. Die Firma hatte erst Ende September den Schiffsverkehr nach Polen aufgenommen, nachdem ein jahrelanger Streit mit den polnischen Behörden um die Nutzung der Seebrücke beendet worden war. (nz)