netzeitung.deTotes Kind aus Bremen zuvor misshandelt

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Gedenken vor der Wohnung des toten Jungen (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Gedenken vor der Wohnung des toten Jungen
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Nach dem Fund einer Kinderleiche in einem Kühlschrank wird in Bremen nun auch gegen die Sozialbehörde ermittelt. Der kleine Kevin war vor seinem Tod schwer verletzt worden.

Einen Tag nach dem Fund einer Kinderleiche in einem Kühlschrank hat die Bremer Staatsanwaltschaft ihre Ermittlungen ausgeweitet. Gegen Mitarbeiter der Sozialbehörde der Hansestadt werde wegen Verletzung der Fürsorgepflicht ermittelt, hieß es am Mittwoch.

Bei der Obduktion des kleinen Kevin seien schwere Verletzungen festgestellt worden: So Habe der Junge Brüche im linken Oberschenkel, im rechen Schienbein und linken Unterarm sowie Blutungen auf dem Schädel gehabt. Der Todeszeitpunkt sei weiter unklar.

Kevin war am Dienstagmorgen tot im Kühlschrank in der Wohnung seines drogensüchtigen Vaters entdeckt worden. Laut Staatsanwaltschaft war er in drei Müllbeutel und eine Decke gewickelt. Der Vater habe erklärt, es handele sich um einen Unfall. Er wurde wegen Verdachts auf Totschlag verhaftet. Der Fall weitet sich zu einem Behördenskandal in Bremen aus, weil der Junge trotz Warnungen mit Billigung des Jugendamtes weiter bei dem vorbestraften drogensüchtigen Vater leben durfte.

Sozialsenatorin Karin Röpke trat am Mittwoch wegen des Falles zurück. Die 51 Jahre alte Röpke war seit März 2002 Senatorin für Arbeit, Frauen, Gesundheit, Jugend und Soziales in Bremen. Zuvor war sie Geschäftsführerin der SPD-Bürgerschaftsfraktion. Am Mittwoch räumte sei ein, schon zu Jahresbeginn persönlich mit dem Schicksal des Jungen befasst gewesen zu sein. (nz)