netzeitung.deLotto-Tipper setzen 143 Millionen Euro

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Ausfüllen eines Lotto-Scheins (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Ausfüllen eines Lotto-Scheins
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Noch nie seit der Euro-Einführung haben die Deutschen so viel Geld vor einer Lotto-Ziehung gesetzt. Der Jackpot stieg auf 37 Millionen Euro. Die am Samstagabend gezogenen Zahlen lagen auffallend dicht beieinander.

Der Lotto-Wahnsinn in Deutschland sorgt weiter für Rekorde: Rund 143 Millionen Euro setzten Deutschlands Tipper angesichts des bislang höchsten Jackpots ein - so viel wie noch nie seit der Euro-Einführung. «Damit wächst der Rekordjackpot auf rund 37 Millionen Euro an - nach bisherigen Berechnungen», sagte der Geschäftsführer der derzeit federführenden Land Brandenburg Lotto GmbH, Klaus Walkenbach, am Samstagabend. «Die Spieleinsätze bedeuten ein Umsatzplus von etwa 50 Prozent im Vergleich zur Vorwoche und haben damit alle Erwartungen übertroffen.»

Gespannt verfolgten Millionen Spieler am Samstagabend in der ARD dann die Ziehung der Gewinnzahlen. Es fielen die 28, 30, 31, 34, 41, 48, die Zusatzzahl 17 und die Superzahl 4. Ob der Jackpot geknackt wurde oder ob die Jagd nach einem Millionen-Gewinn weitergeht, wird aber erst am Montag klar sein. Nach Lotto-Angaben sei Sonntagsarbeit auf Grund der Tarifverträge in einigen Gesellschaften nicht erlaubt.

«Dicht gedrängt»
Der Ansturm von Millionen «Glücksjägern» brachte am Samstag die Mitarbeiter in den Annahmestellen gehörig ins Schwitzen. «Die Leute stehen dicht gedrängt», sagte etwa Katrin Pape vom Lotto-Lädchen in Magdeburg. Und Markus Ost, Mitarbeiter einer Annahmestelle in Halle/Saale, meinte: «Man hält es kaum noch durch. Ein Tippschein nach dem nächsten.» Sogar aus den Nachbarländern kommen die Spieler - wenn auch beispielsweise die Dänen in Flensburg nicht gerade in Scharen ihre Kreuzchen machten.

Auch in Baden-Württemberg kam es zu einem nie gekannten Andrang in den Annahmestellen. Nach Angaben des Sprechers der Lottozentrale, Klaus Sattler, wurden bis wenige Minuten vor Abgabeschluss landesweit über drei Millionen Spielscheine abgegeben. Für das Samstagsspiel der vergangenen Woche waren es 1,9 Millionen Scheine gewesen. Teilweise kam es zu Wartezeiten - in der Spitzenzeit mussten laut Sattler pro Sekunde 60 Spielscheine von der elektronischen Registrierung erfasst werden. «Es hat aber alles technisch geklappt.»

»Keine Erfahrung« mit dieser Jackpot-Höhe
Der bundesweite Einsatz für diese Ziehung könnte laut Walkenbach sogar der zweithöchste in der Lottogeschichte werden. An der Spitze rangieren derzeit umgerechnet 176,6 Millionen Euro, die vor einer Ziehung im Jahr 1994 eingesetzt wurden. 1998 war den Deutschen der Traum vom großen Glück nach Lotto-Angaben bei einer Ziehung umgerechnet 143,5 Millionen Euro wert. Im Vorfeld der Ziehung an diesem Samstag hatte die Lotto GmbH «vorsichtig» einen Gesamteinsatz von 100 Millionen Euro und damit lediglich ein Plus von fünf bis sechs Prozent prognostiziert. «Wir hatten einfach keine Erfahrungen mit derartigen Jackpot-Höhen», sagte Walkenbach.

Für den Ansturm auf den Super-Jackpot hatten sich die Lotto-Läden gerüstet: Vorsorglich orderten sie Millionen zusätzliche Scheine, und einige setzten Extra-Kräfte ein. Sie hatten geahnt, dass sie Scheine im Akkord vorgelegt bekommen. «Es ist Wahnsinn, was hier los ist», hieß es etwa in Halberstadt in Sachsen-Anhalt. «Wir kommen kaum nach», meinte auch eine Mitarbeiterin im Lotto-Laden im Berliner Hauptbahnhof. Und in die Berliner Gropius Passagen kamen «wahre Menschenmassen». Riesiger Ansturm wurde auch aus Bayern, Hessen oder Mecklenburg-Vorpommern gemeldet.

Während Millionen von Lottospielern derzeit von den Möglichkeiten träumen, die sich mit einem solchen Mega-Gewinn eröffnen würden, ist der Jackpot einigen durchaus unheimlich. «Die 35 Millionen finde ich eigentlich zu viel. Mit mehreren kleinen Preisen könnte man doch viel mehr Leute glücklich machen», meinte die 63-jährige Rentnerin Helga Maier aus München. (nz)