netzeitung.deVermisste Schülerin besuchte Chat-Partner

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Seit Juli war eine 14-jährige Schweizerin verschwunden. Die französische Polizei hat sie nun bei einem Mann aufgespürt, den sie in einem Internet-Chatroom kennen gelernt hatte.

Nahe der südfranzösischen Stadt Marseille hat die Polizei eine seit zweieinhalb Monaten in der Schweiz vermisste 14-jährige Schülerin aufgefunden. Das Mädchen hielt sich bei einem 58-jährigen Mann auf, den sie in einem Internet-Chat kennen gelernt hatte.

Die Schülerin tamilischer Herkunft war am 6. Juli aus ihrem Elternhaus in Aigle im Kanton Waadt verschwunden, wie die Waadtländer Kantonspolizei und die französische Polizei am Dienstag mitteilten. Am Donnerstag sei sie am Wohnort des Mannes im französischen Ort Miramas, westlich von Marseille wohlbehalten entdeckt worden.

Urlaub mit dem Chat-Partner
Das Mädchen habe keine Spuren von Misshandlungen aufgewiesen, hieß es. Der Franzose habe der 14-Jährigen seine Familie und seine Kindern vorgestellt. Das Mädchen sei dann mit ihnen in die Ferien gefahren. Der Mann wurde nun in Untersuchungshaft gesetzt, die Schülerin wurde in behördliche Obhut genommen.

Laut französischen Quellen war der Mann in dem Internet-Chat unter dem Pseudonym «Sophie 13» in Erscheinung getreten. Er habe sich im Chat als Mädchen ausgegeben und der Schülerin erst später seine wahre Identität eingestanden.

Die beiden hätten seit 2003 regelmäßig über Internet miteinander Kontakt gehabt. Der Mann sei schließlich zu einem engen Vertrauten der Schülerin geworden und habe ihr dabei geholfen, von zu Hause wegzulaufen. Er habe die Schülerin in Aigle abgeholt und sie an seinen Wohnort nach Südfrankreich gebracht.

Ermittlungen wegen Entführung eingeleitet
Die französische Polizei hat nach der Festnahme des Mannes Ermittlungen wegen Entführung, Nötigung und sexuellem Missbrauch aufgenommen. Die Waadtländer Polizei hält allerdings in ihrer Mitteilung fest, dass das Mädchen aus freien Stücken zu dem Mann gegangen ist. (nz)