09. Sep 2006 11:53
Vor ihrer endgültigen Flucht war Natascha Kampusch bereits einmal zum Gartentor herausgerannt. Dann wurde ihr flau - und sie kehrte freiwillig zu ihrem Entführer zurück.
Bevor die Österreicherin Natascha Kampusch nach acht Jahren ihrem Kidnapper entkam, hatte sie bereits einen erfolglosen Fluchtversuch unternommen. «Einmal bin ich schon beim Gartentor hinausgerannt», sagte die 18- Jährige in einem Interview, das die «Kronen Zeitung» am Samstag veröffentlichte. «Das war wie bei diesen Leuten, die das Haus nicht verlassen können, obwohl es offen ist. Mir ist schwindlig geworden, ich habe nichts mehr sehen können, und ich bin so unauffällig wie möglich wieder zurückgegangen. Damit er nichts merkt».
In ihrem Verlies habe sie oft darüber nachgedacht, was passieren würde, wenn ihr Entführer nicht mehr zurückkäme, sagte die 18-Jährige der «Kronen Zeitung» weiter. «Ein Unfall, ein Herzinfarkt. Dann komme ich nie wieder hier heraus.» Kampusch war am 2. März 1998 von Wolfgang Priklopil in Strasshof bei Wien entführt worden. Am 23. August war ihr die Flucht gelungen, ihr Kidnapper nahm sich noch am selben Tag das Leben. Er wurde am Freitag auf einem geheim gehaltenen Friedhof südlich von Wien anonym beerdigt.