netzeitung.deKampusch brach früheren Fluchtversuch ab

 Herausgeber: netzeitung.de

Der Eingang zu dem Haus, in dem Kampusch gefangen gehalten wurde (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Der Eingang zu dem Haus, in dem Kampusch gefangen gehalten wurde
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Vor ihrer endgültigen Flucht war Natascha Kampusch bereits einmal zum Gartentor herausgerannt. Dann wurde ihr flau - und sie kehrte freiwillig zu ihrem Entführer zurück.

Bevor die Österreicherin Natascha Kampusch nach acht Jahren ihrem Kidnapper entkam, hatte sie bereits einen erfolglosen Fluchtversuch unternommen.

«Einmal bin ich schon beim Gartentor hinausgerannt», sagte die 18- Jährige in einem Interview, das die «Kronen Zeitung» am Samstag veröffentlichte. «Das war wie bei diesen Leuten, die das Haus nicht verlassen können, obwohl es offen ist. Mir ist schwindlig geworden, ich habe nichts mehr sehen können, und ich bin so unauffällig wie möglich wieder zurückgegangen. Damit er nichts merkt».

Das Interview war bereits vor mehreren Tagen geführt worden, als auch zahlreiche andere Medien mit der jungen Frau sprachen. Inzwischen wird Natascha Kamousch wieder von der Öffentlichkeit abgeschirmt.

In ihrem Verlies habe sie oft darüber nachgedacht, was passieren würde, wenn ihr Entführer nicht mehr zurückkäme, sagte die 18-Jährige der «Kronen Zeitung» weiter. «Ein Unfall, ein Herzinfarkt. Dann komme ich nie wieder hier heraus.»

Kampusch war am 2. März 1998 von Wolfgang Priklopil in Strasshof bei Wien entführt worden. Am 23. August war ihr die Flucht gelungen, ihr Kidnapper nahm sich noch am selben Tag das Leben. Er wurde am Freitag auf einem geheim gehaltenen Friedhof südlich von Wien anonym beerdigt.

Falsche Spendenaufrufe
Im Internet kursieren inzwischen mehrere gefälschte Spendenaufrufe auf, die vermeintlich im Namen von Kampusch an die Hilfsbereitschaft der Bürger appellieren. Das österreichische Bundeskriminalamt hat sich inzwischen eingeschaltet.

Die junge Frau hatte zuvor mitteilen lassen, dass sie von den Geldern ihrer «Natascha Kampusch Foundation» «keinen einzigen Cent für sich beansprucht». Geplant sei, mit den Einkünften Hilfsprojekte zu unterstützen für Entführungsopfer, Hungernde in Afrika und verschleppte Frauen in Mexiko. (nz)