Urängste und Männerfantasie im Fall Kampusch
08.09.2006
Herausgeber: netzeitung.de
«Das ist sicher eine Mischung aus verschiedenen Aspekten», sagte Dietmar Ecker dem österreichischen Rundfunk ORF. Dabei spielten «Urängste vor dem Eingesperrtsein» eine Rolle, aber auch Männerfantasien. «Und dann am Ende das Wunder, eine Art Wieder-Auferstehung».
Natascha Kampusch habe deutlich machen wollen, dass sie ein sehr gutes Verhältnis zu ihrer Mutter habe. Auch das Ziel, mit dem Gang an die Öffentlichkeit Druck von der schwer traumatisierten jungen Frau zu nehmen, ist laut Ecker erreicht worden.
Die Teams der großen Fernsehstationen seien abgereist, bereits am Tag nach dem Interview sei es bereits deutlich ruhiger geworden, sagte der 42-jährige Medienprofi. Auf Einwände, manche Antworten in dem Interview hätten «einstudiert» gewirkt, entgegnete er: «Man kann sie nicht trainieren». Sie sei aber sehr diszipliniert und darauf konzentriert, was sie mitteilen wolle.
Der Vergleich von Priklopils DNA mit der Datenbank der Interpol brachte nach Angaben eines Polizeisprechers bisher auch keine Ergebnisse. Indessen wurden im Haus Priklopil die Ermittlungen weiter geführt.
Mit Hilfe von Sachverständigen und Archäologen sei das Grundstück genau untersucht worden. Dabei sei auch ein Bodenradar zum Einsatz gekommen, um eventuelle Hohlräume aufzuspüren. (nz)

