netzeitung.deKampuschs Vater beklagt Kontaktsperre

 Herausgeber: netzeitung.de

Ludwig Koch, der Vater von Natascha Kampusch (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Ludwig Koch, der Vater von Natascha Kampusch
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Die Betreuer von Natascha Kampusch haben ihr von persönlichem Kontakt zu ihrem Vater abgeraten. Ludwig Koch fühlt sich brüskiert. Ihr TV-Interview findet er verfrüht.

Der Vater von Natascha Kampusch ärgert sich darüber, dass seine Tochter ihn auf Rat ihrer Betreuer derzeit nicht treffen will.

«Ich weiß nicht, welches Süppchen der Herr Professor (Max) Friedrich gekocht hat», sagte Ludwig Koch am Donnerstag dem Nachrichtensender N24. «Dieser Betreuerstab, die haben Angst gehabt, dass ich vielleicht meinem Kind irgendwelche Ratschläge gebe», sagte er. «Aber ich wollte ihr nichts aufzwingen. Ich wollte nur sagen, bitte Natascha, lass' Dir Zeit und pass' auf.»

Koch kann nach eigenen Angaben nur hin und wieder mit seiner Tochter telefonieren. Die Mutter könne seit drei Tagen wieder mit Natascha in persönlichen Kontakt treten.

Er wünschte, Natascha hätte mit dem Schritt an die Öffentlichkeit noch ein paar Wochen gewartet, sagte der Vater weiter. «Mir ist es vorgekommen, das hat sie zu viel innere Substanz gekostet», sagte er. «Ich hätte sie noch ein bisschen erholen lassen.»

Zu dem von Kampusch geäußerten Wunsch, mit den Eltern eine Kreuzfahrt zu unternehmen, sagte Koch: «Das ist die Idee von ihr. Aber ich bin überzeugt, wenn sie sich das in den Kopf gesetzt hat, wird sie es auch durchführen.» Wo diese Reise hingehen soll, wolle er seiner Tochter überlassen.

Kampuschs Mutter braucht Zeit für Tochter
Die Mutter von Natascha Kampusch kündigte in einem von dem Sender RTL ausgestrahlten Interview an, vorerst nicht mehr mit den Medien zu reden. «Ich brauche diese Zeit für meine Tochter», sagte Brigitte Sirny. «Ich bin da für sie und nicht für die Medien.»

Die Entscheidung ihrer Tochter, kurze Zeit nach ihrer Flucht aus der Gewalt ihres Kidnappers mit einem Fernsehinterview an die Öffentlichkeit zu gehen, wollte die 55-Jährige nicht kommentieren: «Wenn das ihr Entschluss war, dann wird das wohl gut sein.» (nz)