netzeitung.deKampuschs Entführer täuschte sein Opfer

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Nataschas Vater Ludwig Koch (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Nataschas Vater Ludwig Koch
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Der Entführer von Natascha Kampusch hat seinem Opfer offenbar suggeriert, dass er ein Lösegeld für sie erpressen wollte. Kampuschs Vater sprach im Fernsehen über seine Tochter.

Im Fall Natascha Kampusch sind neue Einzelheiten bekannt geworden. Wolfgang Priklopil, der Entführer von Natascha Kampusch, habe seinem Opfer offenbar suggeriert, dass er die Tat begangen habe, um ein Lösegeld zu erpressen, sagte der Vater von Natascha Kampusch, Ludwig Koch, in der N24-Sendung «Arabella Kiesbauer». Die heute 18-jährige Österreicherin war vor acht Jahren verschleppt worden und konnte sich vor wenigen Tagen aus der Gewalt ihres Entführers selbst befreien.

Nach Kochs Angaben hat Priklopil seinem Opfer glaubhaft gemacht, die Eltern hätten kein Interesse an ihrer Tochter. So habe Natascha Kampusch ihren Vater beim ersten Zusammentreffen nach ihrer Flucht gesagt: «Er wollte 13 Millionen Schilling von dir und du hast dich nicht gerührt, du warst nicht erreichbar.»
«Sie machte einen fröhlichen Eindruck»
Wie die österreichischen Zeitung »Der Standard« in ihrer Online-Ausgabe berichtet, hat ein Freund und Arbeitskollege des Entführers Priklopil Natascha Kampusch kennen gelernt. Es habe sich einen Kfz-Anhänger ausleihen wollen und dabei an der Tür eine junge Frau getroffen, die ihm Priklopil als eine Bekannte vorgestellt habe. Den Namen der Frau habe er nicht erfahren. »Ich gab ihr die Hand, sie sagte ein höfliches 'Grüß Gott'. Sie machte einen fröhlichen Eindruck«, sagte er laut der Zeitung.

Unterdessen werden die Befragungen Kampuschs durch das Bundeskriminalamt am heutigen Mittwoch an geheimem Ort fortgesetzt. Ihr gesamtes Betreuerteam werde Natascha dabei zur Seite stehen, heißt es. Es werde vor allem um den ersten Tag der Entführung gehen. Über den Inhalt des Gesprächs wolle die Polizei jedoch Stillschweigen bewahren.
Exklusivfoto 70.000 Euro wert
Kampusch lebt derzeit von der Öffentlichkeit abgeschottet und äußerte in einem Brief, dass sie keinen Kontakt wünsche.

Der Kinderpsychiater Max Friedrich wies in österreichischen Medien darauf hin, dass eine Veröffentlichung eines aktuellen Bildes von Natascha ohne Einwilligung eine hohe Strafe nach sich ziehen würde. Der Preis für ein Exklusivfoto soll dem Vernehmen nach bei 70.000 Euro liegen. (nz)