25. Aug 2006 11:36
Nach der Flucht von Natascha Kampusch aus einem Verlies bei Wien wird in Österreich über einen möglichen Komplizen des Entführers spekuliert. Hintergrund ist die Aussage einer Zeugin, die zwei Täter beobachtet haben will.
Der österreichische Polizeipsychologe Thomas Müller schloss im österreichischen Rundfunk ORF die Möglichkeit eines Komplizen oder Mitwissers nicht aus. Müller sieht bei dem Täter eine «hochgradig sadistische Motivation», da er sein extrem junges Opfer über einen so langen Zeitraum gefangen gehalten habe. Der Entführer, der 44-jährige Nachrichtentechniker Wolfgang Priklopil, hatte sich wenige Stunden nach Nataschas Flucht in Wien vor einen Zug geworfen. Er hatte das Mädchen acht Jahre lang in einer nur drei mal vier Meter großen Grube in einer schallisolierten Garage gefangen gehalten.Nach Angaben von Kampusch hatte Priklopil sie gezielt als Opfer ausgesucht. Das sagte die junge Frau der Polizistin, die sie nach ihrer Flucht betreute. «Wenn es nicht an diesem Tag gelungen wäre, dann bei einer anderen Gelegenheit», gab die Beamtin die Angaben im österreichischen Fernsehen wieder. Die Polizistin schilderte Natascha als «hoch intelligent und gebildet», sie könne sich sehr gut artikulieren.