20.08.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Flugzeug über Heathrow
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Die Furcht vor Terror hat hysterische Züge angenommen: Zwei Männer mussten auf Druck von Passagieren eines britischen Ferienfliegers die Maschine vor Abflug verlassen. Allein Aussehen und Sprache machten sie offenbar verdächtig.
Passagiere eines britischen Urlaubsfliegers haben zwei Mitreisende zum Verlassen des Flugzeugs gezwungen. Wie die «Mail on Sunday» berichtete, ereignete sich der Zwischenfall auf dem Flughafen von Malaga. Die Maschine der Gesellschaft Monarch Airlines sollte nach Manchester fliegen. Zwei «asiatisch» aussehende Männer erregten laut dem Bericht die Aufmerksamkeit ihrer Mitflieger, weil sie angeblich arabisch sprachen.
«Meuterei auf Flug 613», titelte die Zeitung am Sonntag. Einige der rund 150 Passagiere hatten sich geweigert, auf ihren Sitzen Platz zu nehmen. Daraufhin entschied die Besatzung, die beiden Männer wieder von Bord zu führen. Die Männer wurden später von spanischen Sicherheitskräften verhört, ohne dass sich irgendwelche Verdachtsmomente ergaben. Sie konnten erst einen Tag später ihre Reise fortsetzen.
Seit Beginn der Großfahndung gegen mutmaßliche Terroristen in Großbritannien vor zehn Tagen sind die Sicherheitsmaßnahmen auf den Flughäfen massiv verstärkt worden. 24 Menschen wurden festgenommen. Sie werden verdächtigt, Anschläge mit Sprengsätzen auf Passagiermaschinen geplant zu haben. Muslimische Organisationen in Großbritannien haben sich immer wieder gegen pauschale Verdächtigungen im Zusammenhang mit der Terrorfahndung gewandt. (nz)