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Störfall in Kernkraftwerk: Vier Reaktoren in Schweden abgeschaltet: 

Schwerer Störfall in schwedischem AKW

03. Aug 2006 15:47, ergänzt 17:00
Innenansicht des Kernkraftwerks Forsmark
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In Schweden sind nach einem Kurzschluss in einem Atomkraftwerk vier Reaktoren in mehreren Akw vom Netz genommen worden. Auch der deutsche Konzern Eon ist davon betroffen. Nuklearkritiker sprechen von einer Beinahe-Katastrophe.

In dem schwedischen Kernkraftwerk Forsmark-1 hat sich ein schwerer Störfall ereignet. Forsmark ist eines von vier AKW in Schweden. Wie die zuständigen Behörden mitteilten, wurden daraufhin vier der insgesamt zehn Reaktoren des Landes abgeschaltet. Das Sicherheitssystem würde nun überprüft, hieß es am Donnerstag.

Der Zwischenfall in dem von einer Tochter des Vattenfall-Konzerns betriebenen Kraftwerk nördlich von Stockholm hatte sich bereits am 26. Juli ereignet. Forsmark und das AKW Ringhals wurden daraufhin vom Netz genommen. Der Sprecher der staatlichen Kernkraft-Inspektion, Anders Jorl, sprach im schwedischen Rundfunk von einem «unglücklichen» Vorfall. Nach Angaben von Atomkritikern ist eine Katastrophe nur knapp verhindert worden.

Notstromaggregate nicht angesprungen

Die Organisation Internationale Ärzte gegen den Atomkrieg teilte mit, es habe einen Kurzschluss außerhalb des Kraftwerks gegeben. Dieser habe zur Trennung des AKWs vom Stromnetz geführt. Die daraufhin aktivierte Notstromversorgung habe nicht planmäßig funktioniert: Zwei der vier Dieselaggregate seien aber nicht automatisch angesprungen.

Nach Einschätzung der Experten kam es nur deshalb nicht zu einer Katastrophe, weil die Reaktorschnellabschaltung und Teile des Kühlnotsystems nach Plan liefen.

Eon schaltet Reaktoren ab

Als Reaktion auf den Vorfall nahm der deutsche Stromkonzern Eon am Mittwochabend zwei der drei Reaktoren in dem Kraftwerk Oskarshamn vom Netz. Deren Sicherheit könne nicht garantiert werden, teilte die Konzerntochter OKG mit. Grund sei, dass die Reserve-Generatoren dasselbe System hätten wie der Reaktor in Forsmark. Der dritte OKG-Reaktor in Oskarshamn sei dagegen sicher.

Die OKG will die zwei nun abgeschalteten Reaktoren laut einem Bericht der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» wieder in Betrieb nehmen, sobald es als sicher gelten kann, dass die Reserve-Generatoren ihre Funktion erfüllen.

Strommangel in Schweden nicht erwartet

In einer Volksabstimmung von 1980 waren in Schweden die Weichen gegen die Nutzung der Atomkraft gestellt worden. Zwei der ursprünglich 12 schwedischen Reaktoren, die beiden Blöcke in Barseback unweit Malmö und Kopenhagen, sind inzwischen stillgelegt worden.

Etwa die Hälfte der Elektrizität des Landes wird aus Kernenergie gewonnen. Trotz der abgeschalteten Reaktoren wird jahreszeitbedingt nicht mit Strommangel gerechnet. (nz)

 
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