Plastinator startet Leichenklappe Anfang 2007
17.07.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Leichenpräparator Gunther von Hagens hat einen Starttermin für die Plastination von Körperscheiben im brandenburgischen Guben angekündigt. Die in einem früheren Fabrikkomplex geplante Werkstatt solle im Frühjahr mit der Arbeit beginnen, kündigte der 61-jährige Erfinder der Ausstellung «Körperwelten» am Montag in Guben an.
In den Umbau des denkmalgeschützten Backsteingebäudes wolle er in den nächsten drei bis fünf Jahren 3,5 Millionen Euro investieren, sagte von Hagens. Die ersten 500.000 Euro sollen noch in diesem Jahr fließen, um das Gebäude winterfest zu machen.
Einige der künftigen Mitarbeiter versammelten sich am Montag im Hof des Gebäudekomplexes. Viele kommen aus der Region und waren zuvor arbeitslos. Die Arbeitslosigkeit in Guben liegt bei 20 Prozent.
Von Hagens erzählte den künftigen Mitarbeitern von der besonderen Aufbruchstimmung, die er in Guben verspürt habe. Das bestätigte auch Sebastian Pilz, der in Heidelberg für die Plastination von Körperscheiben verantwortlich war und nun mit nach Guben zieht. Zuvor muss er im August aber mit vier neuen Kollegen für einige Wochen zur Ausbildung nach China, wo von Hagens in Dalian eine Plastinationsstätte mit 250 Mitarbeitern unterhält.
Doch die Plastinationswerkstatt hat nicht nur Fürsprecher: Die Evangelische Kirche hatte gegen die Ansiedlungspläne protestiert. Jetzt prüft die Kirche eine Verfassungsklage, um das Vorhaben noch zu stoppen. (dpa)

