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Lupe Bush durch Mikrofonpanne bloßgestellt

Widerborstige Verhandlungspartner, stundenlange Gespräche und Sitzungen – Spitzendiplomatie kann anstrengend sein. Da rutscht selbst einem Präsidenten mal ein böses Wort raus.

Den ganzen Tag verhandeln kann ganz schön anstrengend sein. Etwa beim G8-Gipfel, der am Wochenende die Konfliktparteien in Nahost zur Ruhe aufrief. Gerade bei schwierigen Themen wie dem Nahost-Konflikt, wo die Gemengelage zuletzt fast täglich komplizierter wurde, heißt es, die Worte immer richtig zu setzen und darauf bedacht sein, keine Partei zu brüskieren.

Und dann noch die Hitze - das kostet Kraft: Besonders die von US-Präsident George W. Bush, der sich bis zu letzt dafür ausgesprochen hatte, die volle Verantwortung für die Libanon-Krise der Hisbollah zu zuschieben.

Unerkannt eingeschaltet
Der ganze Diplomaten-Stress verlockt dazu, einmal auch den ganzen Frust rauszulassen über verbohrte Konfliktparteien, die nicht nachgeben wollen. Doch insbesondere unter Staatslenkern empfiehlt es sich, dies im stillen Kämmerlein zu tun, im Hotel also oder in der Staatskarosse. Alles andere kann peinlich werden, wie US-Präsident George W. Bush erleben musste.

Bush, auch sonst Freund einfacher Botschaften, ließ seinen Frust im Gespräch mit dem britischen Premier Tony Blair ab. Ein dabei unerkannt eingeschaltetes Mikrofon offenbarte Bushs tatsächliche Bewertung der Nahost-Krise: «The irony is, what they need to do is get Syria to get Hezbollah to stop doing this shit, and it's over» (Was sie tun müssen, ist, Syrien dazu zu bringen, dass es die Hisbollah dazu bringt, mit diesem Scheiß aufzuhören - und dann ist die Sache gelöst), sagte Bush – ungefiltert durch Dolmetscher zu Blair beim Mittagessen der Staats- und Regierungschefs in St. Petersburg.

«Darf ich mal aufs Klo?»
Der Ton fand sich auf dem Videoband eines Kameramanns wieder, der den US-Präsidenten bei dem Essen filmte. Bush war sich dessen bewusst, aber womöglich nicht darüber im Klaren, dass auch das Mikrofon der Kamera eingeschaltet war. Unklar blieb, wen Bush mit «sie» meinte.

Schon vor Monaten machte eine Geschichte über eine andere Peinlichkeit Bushs die Runde: Der Präsident saß inmitten einer Sitzung des UN-Sicherheitsrats – einem Forum für komplizierte Debatten und lange Redebeiträge. Als ihn offenbar die Langeweile überkam, griff er zu Stift und Zettel. Ein Fotograf lichtete Bushs Hand ab, während sie das Papier mit der Notiz versah: «I think I MAY NEED A BATHroom break. Is that possible?» [Ich glaube, ich muss bald auf die Toilette. Ist das möglich?]

Die Fotoagentur Reuters, die das Bild verbreitete, versah es mit dem Hinweis, dass die Notiz für US-Außenministerin Condoleezza Rice bestimmt gewesen sei. Infolge dessen entbrannte im Internet eine rege Diskussion, wer denn wohl in der US-Regierung die Entscheidungen träfe.


Für das Web ediert von Tilman Steffen