Bach-Blüten und Akupunktur für Tiere
14.07.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Akupunktur für einen Hund mit Dackellähmung, Homöopathie gegen das Herzleiden einer Katze: Alternative Heilmethoden sind bei der Behandlung von Tieren gefragt. Viele Halter wollen nicht mehr allein auf die Schulmedizin vertrauen, wenn es um das Wohl ihrer Schützlinge geht. Doch Experten aus beiden Lagern sagen: Die Entscheidung zwischen klassischen und alternativen Methoden ist keine nach dem Motto «Entweder-oder».
Einen «regelrechten Boom» für die Naturheilkunde sieht die Tierärztin Heidi Kübler aus Obersulm in Baden-Württemberg, Vorsitzende der Gesellschaft für Ganzheitliche Tiermedizin (GGTM). In dem Verband mit etwa 600 Mitgliedern haben sich überwiegend Veterinär-Ärzte zusammengeschlossen, die sich nach dem Studium in naturheilkundlichen Therapien fortgebildet haben.
Was die Naturheilverfahren verbindet, sei die Fähigkeit, die Selbstheilungskräfte des Körpers anzuregen, sagt Tierärztin Sabine Gosch aus dem baden-württembergischen Muggensturm. Sie hat sich auf Akupunktur spezialisiert.
Alternative Heilmethoden und Schulmedizin stehen sich nach Ansicht von Experten nicht konträr gegenüber: «Die Naturheilkunde ist eine wertvolle Ergänzung zur klassischen Schulmedizin», sagt Tierärztin Elke Deininger von der Akademie für Tierschutz des Deutschen Tierschutzbundes in Neubiberg in Bayern. Auch Kübler betont: «Es geht nicht um 'Entweder-oder', sondern das eine geht nicht ohne das andere.»
Doch nicht immer ist es für den Laien leicht herauszufinden, welche Therapeuten und Behandlungen etwas bringen. «Es gibt in dieser Branche viele ungenügend ausgebildete Leute», sagt Tierärztin Kübler. Nicht jeder, der den Alleinvertretungsanspruch der Schulmedizin bestreitet, kennt sich bestens mit den Alternativen aus.
«Wir bedauern, dass es keine gesetzlich verbindlichen Regelungen für alle gibt», sagt Jutta Schröter, die wie die meisten Tierheilpraktiker einst einen ganz anderen Beruf erlernte.
Ihre Vereinigung hat sich mit vier anderen Verbänden zur Kooperation deutscher Tierheilpraktiker-Verbände zusammengeschlossen, die inzwischen rund 1000 Mitglieder hat. Sie haben gemeinsam Prüfungsrichtlinien für Tierheilpraktiker erarbeitet, um die Qualität der Ausbildung zu verbessern. Wer nicht besteht, kann kein Mitglied werden.
Informationen: GGTM, Gartenstraße 7, 79189 Bad Krozingen (Tel.: 07633/933 42 19); Verband freier Tierheilpraktiker, Auestraße 99, 27432 Bremervörde (Tel.: 04764/12 42).

