Sturm, Blitz und Regen: «Unwetterstufe eins» in Berlin: 

netzeitung.de1200 Einsätze wegen Unwetter in Berlin

 Herausgeber: netzeitung.de

Auto im Berliner Bezirk Lichtenberg im kniehohen Wasser (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Auto im Berliner Bezirk Lichtenberg im kniehohen Wasser
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Überschwemmte Straßen, vollgelaufene Tunnel und ein Hausdach in Flammen: Wegen Sturm und Platzregen rief die Feuerwehr am Freitagabend in Berlin den Ausnahmezustand der Stufe eins aus.

Das schwere Unwetter hat am Freitagabend Berlin in einen siebenstündigen Ausnahmezustand versetzt. Erst nach Mitternacht konnte die Feuerwehr die wetterbedingten Einsätze beenden. Insgesamt mussten Polizei und Feuerwehr 1190 Mal ausrücken.

Mit mehr als 800 Kräften pumpten die Retter Hunderte Keller leer und räumten rund 50 umgestürzte Bäume sowie 25 weggeflogene Bauteile von den Straßen, teilte der Lagedienst am Samstag mit. Es galt der Ausnahmezustand der Stufe 1. Über Verletzte und die Höhe des Sachschadens lagen bisher keine Angaben vor.

Zwischen 17 und 18 Uhr waren in Teilen Berlins mehr als 30 Liter pro Quadratmeter niedergeprasselt. Das entspricht nach Angaben des Wetterdienstes Meteomedia etwa der Hälfte der Regenmenge, die im Juli durchschnittlich in Berlin fällt.

Schwerpunkt im Südosten Berlins
Zahlreiche Straßen im Nordosten und Südwesten der Stadt wurden überschwemmt. Mehrere voll gelaufene Straßentunnel mussten zeitweise gesperrt werden. Das Gewitter richtete vor allem im Südosten Berlins im Bezirk Treptow-Köpenick, in Friedrichshain und im südwestlichen Stadtteil Steglitz Schäden an.

Im Stadtteil Treptow schlug ein Blitz in ein Haus ein und entfachte ein Feuer im Dachstuhl. In Köpenick wurde ein 80 Quadratmeter großes Flachdach von den Sturmböen komplett abgedeckt. In Steglitz wurde eine zweigeschossige Tiefgarage geflutet. Etliche Autofahrer verloren ihre Autokennzeichen, als sie in die knöchelhoch stehenden Wassermassen hineinfuhren, sagte ein Polizeisprecher.

Schon am Freitagnachmittag hatten in Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt sowie in Hessen Unwetter getobt. Regengüsse überfluteten im hessischen Korbach Parkhäuser, Straßen und Keller. Innerhalb einer halben Stunde seien dort 60 Liter Wasser pro Quadratmeter gefallen.(nz)