29.06.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Kinderwagen und Buggys
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Viele Kinderbuggys sind laut einer Untersuchung der Stiftung Warentest mit Schadstoffen belastet. Keiner von 15 untersuchten Wagen erhielt eine bessere Note als «befriedigend», berichtet die Stiftung.
Kinderbuggys sind häufig mit Schadstoffen belastet und in der Handhabung nicht immer besonders benutzerfreundlich. Bei zwei von 15 untersuchten Wagen seien als Krebs erregend geltende polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) festgestellt worden, berichtet die Stiftung Warentest in der Juli-Ausgabe ihrer Zeitschrift «Test». In zehn Buggys fanden die Tester Weichmacher, polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe oder Organozinn-Verbindungen. Diese gelten als gefährlich oder sogar Krebs erregend.
Ruf nach EU-KommissionAngesichts der Testergebnisse forderte der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) ein Eingreifen der EU-Kommission. «Diese Ergebnisse der Stiftung Warentest sind ein Skandal», sagte vzbv-Chefin Edda Müller am Donnerstag in Berlin.
Sie rief die Firmen auf, die belasteten Kinderwagen unverzüglich freiwillig zurückzurufen. Und auch die EU-Kommission solle eingreifen: «Verbraucherschutzkommissar Kyprianou muss jetzt aktiv werden.»
Bei den PAKs stehen die zuständigen Gewerbeaufsichtsämter den Angaben zufolge vor einem Problem. Anders als für die Belastung am Arbeitsplatz oder der Luft gebe es für Verbraucherprodukte keine gesetzlich festgelegten Grenzwerte. Zudem seien behördlich angeordnete Produktrückrufe nur schwer durchzusetzen.
Zwangsweise KontaktNach Angaben der Stiftung Warentest wurden die schädlichen Substanzen in Teilen der Buggys gefunden, die Eltern notgedrungen berühren müssen und an die der Nachwuchs leicht herankommt. Dazu gehörten unter anderem Griffe, Schutzbügel, Polster und Textilbezüge.
«Akut gefährlich ist das nach heutigem Wissen nicht, weder für die Kleinen noch für die Großen», heißt es in dem Bericht. Allerdings sei bislang unbekannt, ob und wie sich mehrere bedenkliche Stoffe ergänzten und was eine Dauerbelastung über mehrere Jahre bewirke.
Schwächen in HandhabungBei dem Kriterium Handhabung erreichte keiner der 15 getesteten Wagen eine bessere Note als «befriedigend»«, berichtet die Stiftung. Die Verbraucherschützer testeten nach eigenen Angaben unter anderem die Fahreigenschaften, das Zusammenlegen und Aufklappen sowie das Ein- und Verstellen. (nz)