25.06.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Braunbär
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Um Braunbär «Bruno» zu retten, greifen Tierschützer zu ungewöhnlichen Maßnahmen. Demnach könnte es künftig nicht nur einen Bären in Bayern geben.
Junge Umweltschützer haben angekündigt, ab Dienstag als Bären verkleidet gegen die Abschusserlaubnis für Braunbär «Bruno» zu demonstrieren. Bis zu drei Jugendliche würden in «täuschend realistischen» Bärenkostümen dort durch die bayerischen Alpen ziehen, wo «Bruno» vermutet wird, kündigte die Jugendorganisation Bund Naturschutz (JBN) am Sonntag an. Die Aktion solle so lange andauern, bis der bayerische Landesumweltminister Werner Schnappauf (CSU) die Abschusserlaubnis zurücknehme.
«Bruno» war zuletzt am Samstagnachmittag im Landkreis Miesbach beim Bad in einem See gesehen worden. Drei Mountainbiker hätten ihn im Soinsee beobachtet, sagte ein Sprecher des Umweltministeriums am Sonntag. Nach seinem Bad im Soinsee beobachteten drei Wanderer «Bruno» auf dem Weg ins Gebirge. Sie verfolgten ihn, zogen sich aber zurück, als sich der Bär zu ihnen umdrehte. Gegen Abend riss der Bär in der Gegend ein Schaf.
Bayerns Bärenbeauftragter Manfred Wölfl verurteilte das Verhalten der Männer. «Den Bären zu verfolgen ist wie Bungee-Jumping ohne Seil», sagte er.
Gescheiterte FangversucheZwei Wochen lang hatten finnische Bärenfänger mit ihren Hunden vergeblich versucht, «Bruno» lebend zu fangen. Am Freitag wurde die Abschussgenehmigung erneuert. In Tirol in Österreich gilt die Genehmigung von Montag an, in Bayern wird die Regelung am Dienstag wirksam. Für das Wochenende gilt die Sonderregelung, dass «Bruno» nur in einer Gefahrensituation getötet werden darf.
«JJ1», wie der Bär offiziell heißt, streunt seit Mai durch die Alpenregion zwischen Bayern und Österreich, reißt Schafe und dringt in Hühnerställe ein. Er gilt deshalb als auch für Menschen gefährlicher «Problembär». (nz)