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Ab Montag droht Bruno der Abschuss

23. Jun 2006 18:57
Bruno, der Braunbär, der für Aufregung sorgt.
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Ab Wochenbeginn darf in Bayern wieder scharf auf den herumstromernden Braunbären geschossen werden. Dagegen protestierten Tierschützer.

Auf den als «Problembär» bekannt gewordenen Braunbären darf ab Montag wieder scharf geschossen werden. Die Ankündigung des bayerischen Umweltministers Werner Schnappauf (CSU), den Braunbären nach der Abreise der finnischen Bärenfänger erneut zum Abschuss freizugeben, rief allerdings heftigen Protest von Tierschützern und Experten hervor.

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«Lassen Sie den Bären leben!», verlangte der Vorsitzende des Tierschutzbundes in Bayern, Manfred Fleischer. Unklar ist allerdings, wer auf «Bruno» schießen könnte: Weder die Jäger noch die bayerische Polizei wollen «JJ1», wie der Problembär offiziell heißt, erlegen.

In Tirol suchten die Finnen am Freitag mit ihren Hunden weiter nach dem Tier. Der wanderfreudige Streuner war am Donnerstagabend im Bezirk Kufstein beobachtet worden. Am Freitagmorgen stieß das Fangteam auf ein totes Schaf.

Der Bär sei «leider zu einem konkreten Unfallrisiko für die Menschen» geworden», sagte Schnappauf dem Bayerischen Rundfunk (BR). «Es ist bisher kein plausibles Konzept auf dem Tisch, das nach dem Versuch mit den Finnen einen Fangversuch als sinnvoll erscheinen ließe, so dass letzten Endes derzeit keine Alternative besteht, als nach dem Abzug der Finnen die Abschussgenehmigung wieder aufleben zu lassen.»

Unklar ist, wer «Bruno» töten soll. Der Landesjagdverband kündigte an, bayerische Jäger würden nicht aktiv nach dem Bären suchen, um ihn abzuschießen. Der Verband schlug vor, die Polizei für die Aufgabe einzusetzen. «Wenn der Bär auftaucht, ist das letztlich eine Gefahrensituation, da müsste die Polizei sowieso handeln», sagte Landesjagdpräsident Jürgen Vocke dem «Münchner Merkur» und «tz».

Das Innenministerium stellte jedoch klar, die bayerische Polizei werde bei der Jagd nach dem Bären keine führende Rolle spielen. «Die Polizei ist hervorragend ausgebildet für die Jagd nach Verbrechern - aber nicht für die Bärenjagd», sagte Sprecher Rainer Riedl. «Es kann sicher nicht so sein, dass die Bereitschaftpolizei zur Bärenjagd ausschwärmt.»

Die Beamten stünden aber unterstützend bereit. Zudem könne ein Hubschrauber zur Verfügung gestellt werden, um Helfer zum Ort zu bringen. Die Wärmebildkamera sei allerdings «bei den gegenwärtigen Temperaturen kein Zauberinstrument». Der Boden und das Gestein seien mindestens so warm wie der Bär.

Die Tierschützer verlangen indessen weiter, «Bruno» lebend zu fangen. «Beenden Sie sofort das Trauerspiel der Aufgeregtheit und der Planlosigkeit, das bisher im Umgang mit dem Braunbären gezeigt wurde», schrieb der Vorsitzende des bayerischen Tierschutzbundes, Fleischer, in einem offenen Brief an Schnappauf. «Es ist unwürdig, das große Wildtier Bär an einem Tag zu begrüßen und am nächsten Tag zum Abschuss freizugeben.» Fleischer verwies auf den Vorschlag, Blasrohrexperten heranzuziehen.

«Weniger Erfolg als die Truppe finnischer Bärenjäger und -hunde, deren Kosten sich mittlerweile auf 50.000 Euro belaufen, hätte eine solche Gruppe auch nicht haben können.»

Die Tiroler Landesregierung will ihre Pläne zum weiteren Vorgehen nach der Abreise der Finnen am Montag vorstellen. Nach Angaben der Nachrichtenagentur APA werden auch hier die gesetzlichen Voraussetzungen für einen Abschuss vorbereitet. Ziel bleibe es aber vorerst, den Bären mit Hilfe des finnischen Teams mit Jägern und Hunden zu finden, zu fangen und zu narkotisieren, sagte der Sprecher der Tiroler Landesregierung, Thomas Schönherr.

Am Wochenende sollen noch zwei Jäger aus dem ursprünglich fünfköpfigen finnischen Team in der Region bleiben und mit drei Hunden weiter nach «Bruno» suchen. Die anderen Mitglieder des Teams wollten mit ihren Hunden am Freitagabend abreisen. Die Finnen hatten für den Einsatz Urlaub genommen und müssen an ihre Arbeitsplätze zurückkehren. Sie waren zwei Wochen aktiv, in dieser Zeit war eine alte Abschussgenehmigung ausgesetzt. (nz)

 
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