23.06.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Braunbär
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Während Braunbär «Bruno» in Deutschland und Österreich gejagt wird, freuen sich einige Franzosen, weil ein vermisster Bär in den Pyrenäen wieder aufgetaucht ist.
Der vor drei Wochen verschwundene Braunbär «Balou» ist in den französischen Pyrenäen wieder aufgetaucht. Mit Hilfe von GPS-Geräten konnte der Bär geortet werden. Laut Angaben der Gendarmerie des Pyrenäen-Départements Ariège geht es dem Tier gut. Techniker der zuständigen Behörden würden jetzt die Wanderung des Tieres weiter verfolgen.
Von «Balou» waren zuletzt Anfang Juni Signale empfangen worden. Er trägt GPS-Geräte an einem Halsband sowie eingepflanzt in den Bauch mit sich. Mit Flugzeugen suchten die Franzosen tagelang vergebens nach dem Bären.
Anfang Juni ausgesetztDas vierjährige Bärenmännchen war Anfang Juni in den Pyrenäen ausgesetzt worden. Er ist der vierte Bär aus Slowenien, der dieses Jahr in Frankreich wieder angesiedelt werden sollte. Zusammen mit drei Weibchen soll «Balou» dafür sorgen, dass die kleine Bärenpopulation in den Pyrenäen überleben kann. «Balou» hat zwei prominente Paten: die Schauspieler Gérard Depardieu und Fanny Ardant.
Derzeit leben etwa 14 bis 18 Braunbären in den Bergen der Pyrenäen. Sie stammen alle aus Wiederansiedlungsprojekten, da die Braunbären in den achtziger Jahren in den Pyrenäen ausstarben.
Bären in Frankreich umstrittenDie vier slowenischen Bären lösten eine hitzige Debatte in Frankreich aus. Vor allem Schafzüchter demonstrierten gegen die Wiederansiedlung, weil die Angst hatten, die Bären könnten ihre Schafe reißen.
Als «Balou» ausgesetzt wurde mussten die Tierschützer die Bärengegner überlisten. Sie ließen den Bären mitten in der Nacht frei und 50 Kilometer vom geplanten Aussetzungsort entfernt. Dort hatten die Bärengegner Straßensperren errichtet.
In Deutschland geht indes die Suche nach Braunbär «Bruno» weiter.(nz)