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Deutsche strömen zu WM-Fanfesten

20. Jun 2006 19:05, ergänzt 19:45
Deutsche Fans im Freudentaumel
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Ob in Hamburg, Kaiserslautern oder München - Fußballanhänger feierten den Sieg der deutschen Mannschaft erneut frenetisch. Besonders immens war der Andrang in Berlin.

Bilderschau:
Seid umschlungen, Millionen: In der Freudenstimmung nach dem 3:0 für Deutschland gegen Ecuador am Dienstag im Berliner Olympiastadion umarmten sich selbst wildfremde Menschen überall in der Republik. Fast zwei Millionen feierten auf prallvollen Fanfesten den Sieg im dritten WM-Vorrundenspiel. Miroslav Klose eröffnete die Party schon in der 4. Minute mit der frühen Führung. Und wieder war es Klose, der dann in der 44. Minute mit dem 2:0 erneut die Hände hoch fliegen ließ.

Geschlossene Eingänge

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  • Zu diesem Zeitpunkt war der Ansturm der Massen zum Beispiel in Berlin und Hamburg längst so groß, dass Eingänge aus Sicherheitsgründen vorzeitig geschlossen werden mussten. Der große Renner war wieder die Fanmeile in Berlin mit Rekordzahlen im Bereich der Silvesterparty oder Love Parade. Laut Senat versammelten sich den ganzen Tag über mehr als 700.000 Menschen auf der Straße des 17. Juni zwischen Brandenburger Tor und Siegessäule.

    Auf der größten WM-Fanmeile im ganzen Land kamen seit Turnierstart bereits rund 3,5 Millionen Menschen zusammen. Insgesamt sind auf Deutschlands offiziellen Fanfesten in den zwölf WM-Städten damit bereits mehr als 8 Millionen Menschen gezählt worden, einschließlich der Feste in Städten ohne WM-Spiele sind es nach Polizei- und Veranstalter-Schätzungen bereits bis zu 14 Millionen Fans gewesen.

    Aus allen Nähten platzte auch wieder das Heiligengeistfeld in Hamburg, wo die Polizei bei 65.000 Zuschauern «die Schotten dicht» machte. Bunte Bilder mit prächtigen Perücken in Nationalfarben, abenteuerlichen Kostümierungen und verwegenen Sonnenschutzhüten waren wie in Hamburg auch in Köln zu sehen. Dort stimmten sich Zehntausende englische und schwedische Fans bei drückender Schwüle schon tagsüber ausgelassen und sangesfroh auf ihr Abendspiel (21.00 Uhr) ein. Am schwersten taten sich überall die Fans mit dem Wetter. Wärme und Schwüle ließen viele Besucher, die zu wenig Wasser getrunken hatten, schlapp machen. In München bespritzte die Feuerwehr Tausende mit Löschwasser.

    Parade in Kaiserslautern

    Karneval in Kaiserslautern: 160 Künstler aus Trinidad und Tobago zogen in einer farbenprächtigen Parade und mit viel Trommelmusik durch die Innenstadt. In Hannover feierten beim Match der Verlierer in der Gruppe A zwischen Polen und Costa Rica deren Fans trotz des feststehenden Ausscheidens ihrer Teams tapfer das Fußballfest in der Innenstadt und an der Waterloosäule. In Frankfurt knackten die Fans an den Ufern und Brücken am Main die Millionengrenze, teilten die Festveranstalter am 12. WM-Tag mit.

    Die Stimmung war überall den ganzen Tag absolut weltmeisterlich. Eine junge Polizisten, die sich einen Moment lang mit aufgekrempelten Diensthosen ausruhte, sagte in Berlin beeindruckt: «Hier ist alles wunderbar, die Stimmung ist bestens.» Auch in Köln die selbe Einschätzung der Amtsgewalt: »Es ist alles friedlich und ohne Vorkommnisse», sagte ein Polizist über die Disziplin der Briten und Skandinavier.

    Merkel und Köhler genießen Sieg

    Auch die Politik ordnete sich König Fußball an diesem Tag gern unter. Auf der Haupttribüne in Berlin genossen unter anderem Bundespräsident Horst Köhler, Bundeskanzlerin Angela Merkel und Innenminister Wolfgang Schäuble die Tore-Konjunktur im deutschen Team, die Podolski mit seinem ersten WM-Treffer in der 57. Minute zum 3:0 erweiterte.

    Gespannt wie die Fans, beeilten sich im Deutschen Bundestag auch die Volksvertreter. Die ersten vier Redner in der üblicherweise eher langatmigen Debatte über den Bundeshaushalt 2006 hatten ihre Redezeit exakt eingehalten. Das veranlasste Bundestagspräsident Norbert Lammert zu der launigen Bemerkung: «Ich stelle, liebe Kolleginnen und Kollegen, eine außergewöhnliche Disziplin im Einhalten der Redezeiten fest, die mir - zumal bei Haushaltsdebatten - bisher überhaupt nicht erinnerlich ist.» Die Politiker hatten es ja auch nicht besonders weit zu den Riesenleinwänden der Fanmeile oder zur adidas-Arena vor dem Reichstag. (nz)

     
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