Amoklauf in Berlin: Verdächtigter Teenager bestreitet die Tat:
Amoklauf-Verdächtigter bestreitet die Tat
27.05.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Der Schüler sei der Polizei bisher nur mit relativ kleinen Delikten aufgefallen. Er habe nach bisherigen Ermittlungen einmal einen Mitschüler geschlagen, der ihn beleidigt habe, teilte Körting mit. Außerdem soll der 16-Jährige in der Schule eine Scheibe eingeschlagen haben. Die Schwere der Tat müsse Anlass geben, mehr darüber nachzudenken, wie die Gesellschaft mit Gewalt umgeht. Körting sagte, es müssten «mehr Stoppschilder gesetzt werden».
Bei Feuerwehr und Polizei waren gegen 23.30 Uhr zahlreiche Notrufe eingegangen. Wegen der Menschenmassen und Verkehrsbehinderungen auf den Straßen war der Einsatz der Sanitäter und Feuerwehrwagen schwierig. Feuerwehrchef Wilfried Gräfling teilte mit, dass die Einsatzkräfte etwa zehn Minuten nach den Alarmrufen vor Ort waren, 30 Minuten nach den Taten seien die Verletzten versorgt gewesen. Dem sei es zu verdanken, dass es keine Toten gab.
Die Tat nahm ihren Ausgang in der Nähe des Bahnhofes. Die ersten Verletzten wurden neben dem Reichstag gefunden. Die Spur des Messerstechers zog sich dann über die Wilhelmstraße am ARD- Hauptstadtstudio über die Luisenstraße und bis zum Kapelleufer, das sich wieder neben dem Bahnhof befindet. Mehrere Passanten reagierten panisch. «Hier ist die Hölle los», sagte in der Nacht ein Polizeisprecher. Mehr als 100 Polizeibeamte und 45 Feuerwehrleute waren im Einsatz. Die Verletzten stammen im wesentlichen aus Berlin und dem Umland. Ausländer waren nicht darunter. (nz)

