Jugendlicher sticht in Berlin auf Passanten ein
27.05.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Polizeisprecher Bernhard Schodrowski sagte am frühen Samstagmorgen: «Wir nehmen den Fall sehr ernst, sind aber zufrieden, dass die Verletzten schnell versorgt werden konnten.»
Die Tat ereignete sich am Freitag um 23.30 Uhr in der Nähe des Reichstagsgebäudes nach Ende einer Lichtshow rings um den Hauptbahnhof. Der Mann habe an der Rückseite des Reichstags «offensichtlich wahllos» um sich geschlagen und mit einem Messer zugestochen, sagte der Sprecher.
Unter den Menschen rund um den Tatort sei Panik ausgebrochen. «Hier ist die Hölle los», sagte Schodrowski kurz nach der Tat. Von 23.00 Uhr an strömten die Neugierigen in Massen zum ersten Mal in den hell erleuchteten Bahnhof mit seinen 80 Geschäften.
Das Motiv des Angreifers sei zunächst ungeklärt. Beamte hätten die Ermittlungen aufgenommen, so der Polizeisprecher weiter. Der Jugendliche sei der Polizei wegen anderer Gewaltdelikte bekannt. Nach der Tat waren knapp 100 Polizeibeamte und 45 Feuerwehrleute im Einsatz.
Die Bahn reagierte betroffen auf den Vorfall. «Auch wenn das nicht direkt mit der Eröffnung zu tun hatte, sind wir natürlich sehr erschüttert», sagte ein Sprecher am Morgen. Nach Bahnangaben hatten am späten Abend rund 500.000 Menschen die Lichtshow rund um den Bahnhof verfolgt. Im Gebäude selbst war der Andrang so groß, dass die Zugänge aus Sicherheitsgründen zeitweise gesperrt werden mussten. (nz)

