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Hunderte Tote bei Explosion in Nigeria

12. Mai 2006 15:22, ergänzt 22:08
Brennende Ölpipeline in Nigeria
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In einem nigerianischen Dorf nahe der Stadt Lagos hat es eine massive Explosion gegeben, bei der zahlreiche Menschen zu Tode kamen. Über Lagos zog eine dicke schwarze Rauchwolke hinweg.

Bei der Explosion einer Ölpipeline auf einer Insel vor der nigerianischen Metropole Lagos sind am Freitag an die 300 Menschen ums Leben gekommen. Etwa 150 verstümmelte Leichen wurden noch am Abend in einem Massengrab in Lagos beerdigt. Nach Angaben der Polizei gehörten die Toten zu Öldieben die die Leitung der staatlichen National Petroleum Corporation angebohrt hatten, um illegal Erdölprodukte abzuzapfen.

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Eine Sprecherin des Nigerianischen Roten Kreuzes, Okon Umoh, wollte dagegen keine Zahl nennen und sagte, es seien «viele Menschen» umgekommen. Es kam zu einem großen Feuer, das erst nach mehreren Stunden gelöscht werden konnte. Das nigerianische Rote Kreuz entsandte Rettungsmannschaften. Viele der Leichen waren
bis zur Unkenntlichkeit verbrannt.

Die Explosion ereignete sich in dem Dorf Ilado, das 45 Kilometer östlich von Lagos liegt. Nachdem die Pipeline leckschlug eilten viele Dorfbewohner zu der Stelle, um das heraus sprudelnde Öl abzuschöpfen.

Ein Polizeisprecher in Lagos sagte, es sei das Beste gewesen, die Diebe am Ort ihrer Taten zu beerdigen. «Wir haben mindesten 150 Leichen gezählt, aber es gibt noch viel mehr, und wir mussten schnell handeln», sagte er. Nach Angaben der Erdölgesellschaft sind mindestens 300 Menschen bei dem Unfall ums Leben gekommen. «Es handelt sich offenbar um Vandalismus, und vermutlich waren die Täter hinter dem Öl her», sagte Regierungssprecher Sani Kayode dem US-
Sender CNN.

500 Kanister abgefüllt

Ein Augenzeuge berichtete, dass die Diebe schon mindestens 500 Kanister mit jeweils 50 Litern aus der Pipeline abgezapft hatten, als es zu der Explosion kam.

Diebstahl von Öl ist in Nigeria weit verbreitet, dabei kommt es immer wieder zu Explosionen. Das westafrikanische Land ist der größte Ölproduzent des Kontinents und ein wichtiger Lieferant der USA. Trotz der Öleinnahmen des Staates leben viele Einwohner in bitterer Armut. In den meisten Dörfern gibt es weder Strom noch sauberes Wasser.

Im Nigerdelta, dem Hauptsitz der Ölindustrie, kommt es immer wieder zu Anschlägen auf Einrichtungen ausländischer Ölfirmen oder deren Mitarbeiter. Die militante Bewegung für die Befreiung des Nigerdeltas hatte erst vor wenigen Tagen weitere Attentate angekündigt. Von dem Mord an einem amerikanischen Mitarbeiter einer Ölgesellschaft hatte sie sich allerdings distanziert. Drei weitere Ausländer, die am Donnerstag entführt worden waren, kamen unterdessen
wieder frei. (nz)

 
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