11. Mai 2006 16:37
Niemand hat den Bären gesehen, doch die Spuren sind eindeutig: Ein Bär ist im Montafon in einen Stall eingedrungen und hat ein Schaf gerissen. Zuletzt war dort 1860 ein Bär gesehen worden.
Ein Braunbär hat in dem österreichischen Bundesland Vorarlberg für Aufregung gesorgt. Das Tier drang in der Ortschaft Galgenul in einen Stall ein und tötete ein Schaf. Der Bär verletzte zwei weitere Schafe so schwer, dass sie eingeschläfert werden mussten. Gesehen wurde das Tier allerdings nicht, die Spuren deuten jedoch auf einen Bären hin, hieß es.Der Biologe Rochus Schertler sagte am Donnerstag im österreichischen Fernsehen, möglicherweise handele es sich um denselben Bären, der im vergangenen Jahr in Tirol und in der benachbarten Schweiz aufgetaucht sei. Diese Tiere näherte sich Menschen nur sehr selten, der Bär habe vermutlich großen Hunger gehabt. Wo sich der Bär jetzt aufhalte, könne niemand sagen, so Schertler im ORF.
Nach seinem Überfall auf den Stall wanderte der Bär in Richtung Schweizer Grenze zum Schlappiner Joch, berichtet «Vorarlberg Online». Unterwegs brach er in einen zweiten Stall ein, in dem Fässer mit Speiseabfällen gelagert wurden. Doch noch vor der Grenze drehte der Bär wieder ab in Richtung Gargellen. Dort war er in der Nacht zuvor in den Schafstall eines Hotels eingedrungen.
In Vorarlberg wurde zuletzt 1860 ein Braunbär gesehen. Experten sprachen von einer biologischen Sensation. (nz)