23.04.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Schweigemarsch in Belgien
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Zehntausende Belgier sind aus Wut über einen Raubmord an einem Jugendlichem auf die Straße gegangen. Sein MP3-Player kostete ihn das Leben.
Rund 80.000 Belgier haben am Sonntag mit einem Schweigemarsch in Brüssel gegen die Ermordung eines Jugendlichen protestiert. Andere Jugendliche hatten ihn am 12. April erstochen, weil er seinen MP3 Player nicht aushändigen wollte.
Angeführt wurde der Schweigemarsch von Pfadfindergruppen. Auf Wunsch der Eltern des 17-jährigen Joe Van Holsbeeck hielten sich die Politiker im Hintergrund. Es war die größte Demonstration in Belgien seit den Protesten wegen der Versäumnisse bei den Ermittlungen im Fall des Kinderschänders Marc Dutroux im Jahr 1996. Damals gingen mehr als 300.000 Menschen auf die Straße.
Die Demonstranten zogen am Tatort, dem Brüsseler Zentralbahnhof, vorbei und legten Blumen für das Opfer nieder. Die Täter befinden sich noch auf freiem Fuß. Belgiens Ministerpräsident Guy Verhofstadt sagte der Zeitung «De Morgen», die Gesellschaft könne brutale Gewalt nicht akzeptieren. (nz)