19.04.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Küssendes Paar
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Laut einer weltweiten Studie geht es älteren Deutschen gar nicht so schlecht mit ihrem Sexualleben. Ein Nachbarland übertrifft sie allerdings.
Bei einem Vergleich zur Zufriedenheit mit dem Sexleben in 28 Ländern haben die Österreicher den ersten Platz besetzt: Sie haben demnach durchschnittlich mehr Spaß am Sex als die anderen Befragten. Auch die Deutschen kamen unter die Top Ten der an der Universität von Chicago erarbeiteten Liste.
Bei der Studie vom Team um den Soziologen Edward O. Laumann war es um 40- bis 80-Jährige gegangen. Laumann ließ 27.500 Personen zu ihrer körperlichen und emotionalen Erfüllung im Bett sowie zum Stellenwert, den sie ihrem Geschlechtsleben einräumen, befragen. Das Ergebnis veröffentlichte die Zeitung «Chicago Sun-Times» am Mittwoch.
Japan Schlusslicht63 Prozent der nicht mehr ganz jungen deutschen Männer finden demnach, dass sie guten Sex haben. Ihre Partnerinnen stimmen ihnen zu 57 Prozent zu. Dagegen begeisterten sich 80 Prozent der Männer und 63 der Frauen in Österreich für ihr Liebesleben.
In Spanien lobten 73 Prozent der befragten Männer und 68 Prozent der Frauen ihren Sex, und in Kanada, Nummer 3 auf Laumanns Liste, lag der Anteil der Zufriedenen bei zusammen 64,6 Prozent. Die als prüde geltenden Amerikaner sind ihren Nachbarn im Norden mit 64,2 Prozent dicht auf den Fersen. Das Schlusslicht des internationalen Vergleichs bildet Japan. Dort empfinden nur 18 Prozent der Männer und 10 Prozent der Frauen ihren Sex als gut.
Muslimische Länder haben ProblemeAuffällig ist, wie verbreitet die sexuelle Unzufriedenheit in männerdominierten Kulturen ist. Nicht einmal jeder zweite Algerier, Marokkaner oder Türke schätzt sich glücklich im Bett. Noch unzufriedener sind ihre Frauen: Nur 24 Prozent der Ägypterinnen, 25 Prozent der Türkinnen und 34 Prozent der Algerierinnen gaben ihrem Sex eine gute Note.
Noch krasser fiel das Ergebnis in Ostasien aus, wo es nach Auskunft der Befragten oft an sexueller Begierde mangelt und Frauen dem Geschlechtsverkehr überwiegend keine Bedeutung zumessen.
Insgesamt nicht so wichtigDoch auch Deutsche halten anderes für wichtiger: Nur jede dritte Bundesbürgerin (33 Prozent) von 40 bis 80 räumt der nächtlichen Begegnung mit ihrem Ehemann oder Partner großen Stellenwert ein. Bei deutschen Männern liegt der Anteil immerhin noch bei 41 Prozent. Im internationalen Vergleich wurden die Deutschen bei dieser Frage auch von Belgiern, Australiern und US-Amerikanern überrundet. Sie platzierten sich aber vor den Franzosen, Briten und Schweden. (nz)