17. Apr 2006 10:50, ergänzt 17:49
In Potsdam ist ein aus Äthiopien stammender Deutscher angegriffen und schwer verletzt worden. Die Täter konnten unerkannt fliehen. Die Staatsanwaltschaft setzte 5000 Euro Belohnung aus.
Das Opfer, das die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt, liege in einer Klinik. Er habe ein schweres Schädel-Hirn-Trauma und schwebe immer noch in Lebensgefahr.Die Potsdamer Staatsanwaltschaft setzte 5000 Euro Belohnung für Hinweise auf die Täter aus. Es würden zwei Männer oder ein Mann und eine Frau gesucht, sagte ein Sprecher der Polizei. Ihre Stimmen seien zufällig von einer Mailbox aufgezeichnet worden.
Wie die Polizei zu dem Vorfall erklärte, habe das Opfer, ein seit 1987 in Deutschland lebender Ingenieur der Wassertechnik, auf die Straßenbahn gewartet. Dabei rief er seine Frau von seinem Handy an. Weil sie jedoch nicht abnahm, wurde sein Anruf aufgezeichnet und damit auch der Wortwechsel mit den Tätern. Diese beschimpften ihn demnach unter anderem als «Scheiß-Nigger».
Danach seien dem Mann mit Fäusten und Tritten so massive Schädel- und Knochenverletzungen, darunter eine Vielzahl von Rippenbrüchen, zugefügt worden, dass er später auf der Intensivstation in ein künstliches Koma versetzt werden musste.
Ein Taxifahrer habe das Opfer kurz nach 4.00 Uhr an der Haltestelle gefunden, sei ausgestiegen und habe zwei flüchtende Personen verfolgt, so die Polizei weiter. Nach etwa 250 Metern habe er die Verfolgung aber aufgeben müssen. Seiner Beschreibung zufolge war eine der beiden Personen 1,70 bis 1,80 Meter groß, dunkel gekleidet und mit einer Kurzhaarfrisur, die andere etwa zehn Zentimeter größer, von kräftiger Statur, extrem kurzhaarig, möglicherweise mit Glatze, und mit einer schwarzen Bomberjacke bekleidet.