netzeitung.deZeitumstellung endet für viele Wildtiere tödlich

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Wildschwein-Frischlinge (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Wildschwein-Frischlinge
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

In den Ländern der Europäischen Union werden am Sonntag die Uhren um eine Stunde vorgestellt. Dies erhöht die Gefahr von Wildunfällen.

Die Umstellung auf die Sommerzeit bringt nach Einschätzung von Jägern und ADAC eine erhöhte Gefahr von Wildunfällen mit sich. «Wildtiere kennen weder Sommerzeit noch Verkehrsregeln», sagte der Präsident des Deutschen Jagdschutz-Verband (DJV), Jochen Borchert. Durch die Zeitumstellung falle der Berufsverkehr allerdings mehrere Wochen in die Morgendämmerung. Genau dann überquerten jedoch viele Rehe, Hirsche oder Wildschweine auf der Futtersuche Straßen.

Die unfallträchtigsten Tageszeiten im Frühjahr liegen laut DJV zwischen fünf und acht Uhr sowie zwischen 17 und 22 Uhr. Autofahrer sollten vor allem in waldreichen Gebieten die Geschwindigkeit anpassen und Wildwechsel-Schilder beachten.

Knapp eine viertel Million Rehe, Hirsche und Wildschweine starben nach Angaben von ADAC und DJV im Jahr 2005 auf deutschen Straßen. Die Dunkelziffer schätzten Experten als sehr hoch ein. Besonders stark zugenommen hätten Unfälle mit Wildschweinen, und zwar um ein Drittel auf 21.000. Zu viele Autofahrer unterschätzten die Gefahr, kritisierte ADAC-Präsident Peter Meyer.

Im Ernstfall sollten Autofahrer die Fahrtrichtung beibehalten, abbremsen und hupen. Der ADAC warnte vor riskanten Ausweichmanövern. Hierbei sei die Gefahr groß, in den Gegenverkehr zu geraten oder auf einen Baum zu prallen.

Ratschläge zum richtigen Verhalten bei Wildwechsel bietet eine Broschüre «Besser langsam als Wild» von DJV, ADAC und Deutschem Verkehrssicherheitsrat. Sie kann im Internet bestellt werden. (nz)