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Studie: Magdeburger sterben als erste aus

13. Mrz 2006 14:30, ergänzt 16:34
Weinendes Baby: seltenes Geräusch in Magdeburg
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Die sachsen-anhaltische Stadt Magdeburg ist vor Chemnitz in Sachsen Schlusslicht bei der Zahl der Geburten, so eine Umfrage. Deutschlandweit sank auch der Kinderwunsch. Am gebärfreudigsten sind Frauen in Hessen.

Wiesbaden ist die geburtenfreudigste Großstadt Deutschlands. Das ermittelte das Männermagazin «Men's Health». In der hessischen Landeshauptstadt kommen jährlich 10,46 Kinder pro 1000 Einwohner zur Welt. Schlusslicht auf der Liste der 50 größten deutschen Städte ist bei den Geburten Magdeburg.

«Wenn die Deutschen aussterben, dann sind die Magdeburger und die Chemnitzer die ersten», schreibt das Magazin und beruft sich auf aktuelle Zahlen der Einwohnermeldeämter. Pro 1000 Einwohner werden in Magdeburg (Sachsen-Anhalt) im Jahr nicht einmal sieben Kinder geboren - nach der Statistik 6,91 Kinder. Chemnitz (Sachsen) weist jährlich 7,2 Geburten pro 1000 Einwohner aus.

Nach Erkenntnissen von Reiner Klingholz, Direktor des Berlin-Instituts für Bevölkerung, schrumpft die deutsche Bevölkerung schneller als erwartet. «In nur zwei Jahren ist die durchschnittliche Kinderzahl pro Frau um 0,7 Prozent auf 1,36 gefallen», sagte Klingholz in einem Interview des Nachrichtenmagazins «Focus». «Dieser Rückgang mag gering erscheinen, er ist aber, wenn er sich so über Jahre fortsetzt, dramatisch.»

Kinderwunsch gesunken

Klingholz ist Mitautor der Studie «Die demographische Lage der Nation», die an diesem Mittwoch in Berlin vorgestellt wird. Nach seinen Worten sinkt in Deutschland nicht nur die Geburtenzahl, sondern auch der Kinderwunsch «von zwei auf durchschnittlich nur noch 1,6 pro Frau».

Als Grund sieht er die Lebensumstände: «Die Wirtschaftslage verunsichert die Deutschen.» Seinen Beobachtungen nach kommen deutlich mehr Kinder auf die Welt, «wo die Unterschiede von Frauen und Männern in Bezahlung und Arbeitslosigkeit so niedrig sind» wie in Frankreich und Skandinavien. «Wenig Kinder gibt es in Ländern, in denen die jungen Männer sehr lange zu Hause wohnen bleiben», sagt Klingholz. «Länger als die Deutschen bleiben nur noch junge Griechen, Italiener und Spanier im Hotel Mama hängen.»

Rangliste

Besonders wenig Kinder kommen nach diesen Angaben in Hoyerswerda in Sachsen, Hof in Nordbayern und im Ruhrgebiet zur Welt. Auch nach der Liste von «Men's Health» rangieren vor den Schlusslichtern Chemnitz und Magdeburg auf den Plätzen 47 und 48 die nordrhein-westfälischen Städte Gelsenkirchen (7,55) und Mülheim/Ruhr (7,52).

Den zweiten und dritten Platz bei den 50 größten deutschen Städten nehmen bei der Gebärfreudigkeit der Frauen Frankfurt am Main (10,22) und Bonn (10,12) ein. Die Hauptstadt Berlin steht an 30. Stelle, die Millionenstädte München (9,98) und Hamburg (9,28) kommen auf Platz 5 und 15.

Auf Hamburg folgt Hannover mit 9,25 Kindern. Stuttgart erzielt mit durchschnittlich 9,20 Kindern Rang 17. Köln sicherte sich mit 9,17 Kindern den 19. Platz, direkt gefolgt von Kassel mit 9,11 Neugeborenen.

Osnabrück und Mainz teilen sich mit einer Geburtenrate von jeweils 9,08 Kindern Rang 21. Auf Platz 23 landete Kiel mit 9,07 Kindern. Die Ränge 25 bis 27 erhielten Mannheim (8,88), Münster (8,87) und Erfurt (8,84). Einen gemeinsamen 28. Platz erreichten Nürnberg (8,76) und Aachen (8,76).

Berlin belegt nur Platz 30. Dort werden pro 1000 Einwohner jährlich nur 8,69 Babys geboren. Dortmund und Hamm erzielten mit 8,63 Kindern pro 1.000 Einwohner Rang 32. Auf den Plätzen 36 bis 38 befinden sich Leipzig (8,56), Duisburg (8,50) und Lübeck (8,49). (nz)

 
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