netzeitung.deLandwirt verfüttert Rentner an Schweine

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Ein Landwirt verfütterte Leichenteile an seine Schweine (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Ein Landwirt verfütterte Leichenteile an seine Schweine
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Erst als sich die Nachfragen häuften, hat ein Mann zugeben müssen, dass sein Bekannter längst tot ist. Was mit der Leiche des Rentners geschah, verschwieg er jedoch.

Ein Landwirt in Nordhessen hat die Leiche eines Rentners zunächst eingefroren und später an seine Schweine verfüttert. Der 29-Jährige aus Fritzlar im Schwalm-Eder-Kreis gestand, auf diese Weise die Rente des 73-Jährigen ein Jahr lang weiter kassiert zu haben, wie die Polizei am Montag in Homberg mitteilte. Nach den bisherigen Ermittlungen hat der Landwirt den Rentner aber nicht getötet. Der alte Mann starb demnach eines natürlichen Todes.

Der Landwirt berichtete in seiner Vernehmung, dass seine Mutter zu ihren Lebzeiten die Geldgeschäfte des Rentners erledigte und eine Kontovollmacht hatte, die nach ihrem Tod auf ihn überging. Als der Rentner vergangenes Jahr bei einem Besuch auf dem Bauernhof offenbar eines natürlichen Todes starb, versteckte der Landwirt die Leiche zunächst in einer Tiefkühltruhe im Keller seines Hofes. Sein eigenes Konto sei gesperrt gewesen, und er habe eine Chance gesehen, seine Geldnot zu lindern, berichtete der Landwirt laut Polizei.

Den anderen Dorfbewohnern habe er erzählt, der Rentner sei nun in einem Pflegewohnheim untergebracht. Wegen der sich häufenden Nachfragen taute der Landwirt die Leiche im Sommer aber wieder auf, zerteilte sie und verfütterte sie an seine Schweine, wie die Polizei aus dem Geständnis des 29-Jährigen berichtete. Die Überreste steckte er in einen Sack und verbarg sie in der Scheune.

Fingiertes Begräbnis
Wegen der sich häufenden Nachfragen von Nachbarn kam der Landwirt schließlich auf die Idee eines fingierten Begräbnisses, wie die Polizei berichtete. Im Februar kündigte er offiziell die Urnenbestattung des Rentners an, und nahm diese selbst vor. Da er aber die erforderlichen Sterbedokumente nicht vorlegen konnte, kam ihm schließlich doch noch die Polizei auf die Spur.

Bereits am Freitag nahm die Polizei den 29-Jährigen fest. Er legte ein Geständnis ab und führte die Beamten zu dem Sack mit den übrig gebliebenen Leichenteilen in der Scheune. Der Verdacht, dass der Landwirt den Rentner getötet hat, wurde den Angaben zufolge im Zuge der Ermittlungen fallen gelassen und der 29-Jährige wieder auf freien Fuß gesetzt. Ihm droht nun eine Verurteilung wegen Störung der Totenruhe und Betrugs, wie die Polizei mitteilte.

Für Rentner - beziehungsweise dessen Überreste - solle es nun eine ordentliche Beerdigung geben. Das sei so mit der Kirche abgesprochen, teilte der Bürgermeister von Fritzlar, Karl-Wilhelm Lange, mit.(nz)