Landwirt verfüttert Rentner an Schweine
06.03.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Der Landwirt berichtete in seiner Vernehmung, dass seine Mutter zu ihren Lebzeiten die Geldgeschäfte des Rentners erledigte und eine Kontovollmacht hatte, die nach ihrem Tod auf ihn überging. Als der Rentner vergangenes Jahr bei einem Besuch auf dem Bauernhof offenbar eines natürlichen Todes starb, versteckte der Landwirt die Leiche zunächst in einer Tiefkühltruhe im Keller seines Hofes. Sein eigenes Konto sei gesperrt gewesen, und er habe eine Chance gesehen, seine Geldnot zu lindern, berichtete der Landwirt laut Polizei.
Den anderen Dorfbewohnern habe er erzählt, der Rentner sei nun in einem Pflegewohnheim untergebracht. Wegen der sich häufenden Nachfragen taute der Landwirt die Leiche im Sommer aber wieder auf, zerteilte sie und verfütterte sie an seine Schweine, wie die Polizei aus dem Geständnis des 29-Jährigen berichtete. Die Überreste steckte er in einen Sack und verbarg sie in der Scheune.
Bereits am Freitag nahm die Polizei den 29-Jährigen fest. Er legte ein Geständnis ab und führte die Beamten zu dem Sack mit den übrig gebliebenen Leichenteilen in der Scheune. Der Verdacht, dass der Landwirt den Rentner getötet hat, wurde den Angaben zufolge im Zuge der Ermittlungen fallen gelassen und der 29-Jährige wieder auf freien Fuß gesetzt. Ihm droht nun eine Verurteilung wegen Störung der Totenruhe und Betrugs, wie die Polizei mitteilte.
Für Rentner - beziehungsweise dessen Überreste - solle es nun eine ordentliche Beerdigung geben. Das sei so mit der Kirche abgesprochen, teilte der Bürgermeister von Fritzlar, Karl-Wilhelm Lange, mit.(nz)

