Lange Staus und Bahnausfälle: Schnee verursacht Chaos in Bayern:
Schneechaos in Bayern: Staus und Bahnausfälle
05. Mrz 2006 08:22, ergänzt 21:58
 |  Einsamer Kampf gegen den Schnee bei München | Foto: AP |
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Anhaltende Schneefälle haben fast den gesamten öffentlichen Nahverkehr in München und Augsburg lahm gelegt. Vielen Schulen in Bayern bleiben am Montag geschlossen.
Heftige Schneefälle haben auch am Sonntag zu chaotischen Zuständen in Bayern geführt. Nachdem in der Nacht mehr als ein halber Meter Schnee gefallen war, mussten alle S-Bahn-, Bus- und Tramverbindungen in München und Augsburg unterbrochen werden.
In sämtlichen Schulen in den bayerischen Landkreisen Augsburg, Landsberg am Lech und Fürstenfeldbruck fällt der Unterricht am Montag wegen der extremen Schneefälle aus. Das teilten die örtlichen Behörden mit. Auch im Landkreis Starnberg sollen einzelne Schulen geschlossen bleiben. Eine offizielle Bestätigung dafür gab es aber am Sonntagabend zunächst nicht. Regulär sollten die Faschingsferien am Montag zu Ende sein.Rund 10.000 Haushalte in Bayern waren wegen der extremen Schneefälle zeitweise ohne Strom. Allein im Raum Weilheim-Schongau und Dachau sei der Strom bei rund 5000 Kunden ausgefallen, teilte der Energiekonzern E.ON Bayern am Sonntag mit. Bis zum Sonntagmittag seien die meisten Kunden aber wieder versorgt gewesen. Die Stromleitungen seien vor allem durch umstürzende Bäume gestört worden.
Main-Donau-Kanal gesperrt
Die Schifffahrt auf dem Main-Donau-Kanal zwischen Nürnberg und Kelheim eingestellt worden. 32 Binnenschiffe liegen nach Angaben der Polizei vom Sonntag im Hafen Nürnberg fest. Weitere 10 seien auf der Strecke Richtung Kelheim blockiert. Vor der Einstellung des Schiffsverkehrs war es zu mehreren Zwischenfällen gekommen.Ein mit 1000 Tonnen Düngemittel beladenes Frachtschiff blieb bei der Ausfahrt aus einer Schleuse in den Eismassen stecken. Erst durch den Einsatz zweier Eisbrecher sei es so weit wieder flott gemacht worden, dass es im Schleusenvorhafen festmachen konnte. Im Nürnberger Hafen wurde ein niederländisches Gütermotorschiff leicht beschädigt. Die Eisschollen schlugen ein kleines Loch in die Außenhaut, das aber rasch abgedichtet werden konnte. Mit einer Freigabe des Schiffsverkehrs sei nicht vor Mittwoch zu rechnen, hieß es.
Tennishalle zusammengebrochen
In München fuhr nur noch ein S-Bahn-Shuttle entlang der West-Ost-Achse sowie die Flughafen-S-Bahn. Die U-Bahn verkehrte mit Verspätung.Eine Tennishalle brach unter der Last der Schneemassen zusammen. Verletzt wurde niemand, wie die Polizei mitteilte. In ganz Bayern räumten Helfer der Feuerwehr und des Technischen Hilfswerks vorsorglich Hallendächer frei. In Memmingen wurden nach Angaben der Polizei sämtliche städtische Hallen mit Flachdächern für das Publikum gesperrt. Das Dach der Memminger Eissporthalle wurde ebenso wie das Dach der Schwabenhalle in Augsburg freigeschaufelt.
Der Münchner Flughafen wurde vorübergehend gesperrt, um die Start- und Landebahnen frei zu räumen. Zahlreiche Verbindungen fielen am Sonntagmorgen aus oder verspäteten sich. Auf der Bahnstrecke München-Garmisch-Mittenwald sowie in ganz Bayerisch Schwaben und im Allgäu fuhren keine Züge. Wegen umgeknickter Bäume waren Feuerwehren und Polizei im Dauereinsatz. Der Deutsche Wetterdienst warnte weiter vor unwetterartigem Schneefall.
Straßen bislang kaum geräumt
«Das waren unglaubliche Schneemassen, die da runtergekommen sind», sagte der Münchner Polizeisprecher Christoph Reichenbach der Nachrichtenagentur AP. Vor allem die Zustände auf den Straßen seien sehr chaotisch, da bislang kaum geräumt worden sei. Vor allem umgeknickte oder davon gefährdete Bäume machten den Einsatzkräften zu schaffen.
Zudem waren im Stadtgebiet 83 Ampeln ausgefallen. Seit Samstag zählte die Polizei in der Landeshauptstadt rund 300 schneebedingte Einsätze - vor allem Verkehrsunfälle. Wegen der Gefahr, dass weitere Bäume unter der Schneelast zusammenbrechen, warnten die Behörden vor dem Betreten öffentlicher Grünanlagen. Der Münchner Zoo blieb aus diesem Grund geschlossen.
Geschlossene Schneedecke auf Autobahnen
Ein Polizeisprecher sprach von zirka 60 Zentimeter Neuschnee. Auf den bayerischen Autobahnen südlich der Donau lag am Sonntag fast überall eine geschlossene Schneedecke.
 |  Kilometerlanger Stau auf der A 8 zwischen München und Augsburg | Foto: dpa |
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Quer stehende Lastwagen und Autos mit Sommerreifen sorgten bereits am Samstagabend für einen mehr als 50 Kilometer langen Stau auf der A8 bei Augsburg. Am Sonntag kam es dann durch den ansteigenden Urlauberverkehr zu längeren Behinderungen. Auf dem Münchner Autobahnring registrierte die Polizei am Morgen 25 Kilometer, auf der A8 Salzburg-München 16 Kilometer Stau. Zahlreiche Rastanlagen waren überlastet.
Am Flughafen wurden am Morgen rund 20 Flüge annulliert. Bereits am Vortag waren insgesamt 175 Verbindungen wegen Schnees oder ausgefallener Flugzeuge gestrichen worden, wie eine Sprecherin sagte. Die starken Schneefälle ließen am Sonntagvormittag nach. Der Deutsche Wetterdienst sagte in den nächsten Tagen vor allem Schneeschauer voraus. Am Mittwoch werden aber demnach im Süden und Südwesten erneut länger andauernde Schneefälle erwartet. (nz)