Schneechaos im Süden Deutschlands: 

netzeitung.deSchneechaos in Bayern und Hessen

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Nichts ging mehr auf den Straßen von Mainz (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Nichts ging mehr auf den Straßen von Mainz
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Schneefälle und glatte Straßen haben vor allem im Süden und Südwesten zu Staus und zahlreichen Unfällen geführt. Viele Straßen mussten gesperrt werden. Am Flughafen Frankfurt hat sich die Lage etwas entspannt.

Schnee und Glätte haben am Samstag den Verkehr im Süden und Südwesten weiter erheblich behindert. Am schwersten betroffen waren Hessen und Bayern. Dort verzeichnete die Polizei zahlreiche Staus, Blechschäden und liegen gebliebene Lastwagen.

Das Verkehrschaos dauerte auf den Autobahnen in Bayern am Samstag an. Im ganzen Freistaat stockte der Verkehr auf mehreren hundert Kilometern. Auf der Autobahn A 3 stauten sich die Wagen bei Würzburg auf mehr als 50 Kilometern. Auch auf der A 8 bei Allerhausen mussten sich die Autofahrer in einem 50-Kilometer-Stau in Geduld üben. Auf der A 9 ging im Inntal zeitweise auf 25 Kilometer nichts mehr. Die Staus dauern nach Einschätzung der Polizei noch bis zum frühen Abend an.


Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnte vor weiteren starken Schneefällen. Im Alpenraum könnten bis Sonntag ein halber Meter Neuschnee fallen, sagte DWD-Meteorologe Helmut Malewski.
In Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz war es etwas ruhiger. Bei Fulda in Hessen starben am Morgen drei Menschen bei einem Verkehrsunfall, sieben wurden verletzt. In dem Bundesland machte die Glätte zahlreichen Lastwagen- und Autofahrern zu schaffen. Die Beamten zählten zahlreiche quer stehende Lastwagen, vor allem auf den Ausfahrten der Autobahnen im Rhein-Main-Gebiet. «Die Lage auf den Straßen hat sich noch nicht entspannt», sagte ein Sprecher der Polizei in Frankfurt/Main. Durch die Glätte gäbe es immer wieder Unfälle, «dann bleibt wieder alles stehen».

Im Bereich Offenbach musste die Polizei immer wieder Straßen wegen Glätte sperren. Die Beamten zählten seit Beginn der Schneefälle über 100 Unfälle, vor allem Blechschäden. Ein Mensch wurde verletzt. Auf den Autobahnen 5 und 45 ereigneten sich in der Nacht allein im Bereich Gießen 11 Glätteunfälle mit einem Leichtverletzten. Der Sachschaden lag bei rund 197.000 Euro.

Lange Staus in Bayern
Ein beladener Auto-Transporter war von der Straße gerutscht. Überall waren Streufahrzeuge unterwegs. «Um das Chaos am Morgen so gering wie möglich zu halten, wenn es wieder mehr Verkehr gibt», sagte eine Sprecherin der Polizei Wiesbaden.

In Bayern brachten starke Schneefälle den Verkehr immer wieder zum Erliegen. Auf der A 8 Salzburg-München staute sich am Vormittag der Rückreiseverkehr aus den Skigebieten auf knapp 70 Kilometern Länge, wie die Polizei mitteilte. Auf der Gegenrichtung gab es nach einem Unfall zu rund 30 Kilometer Stau.

Durch die heftigen und stundenlangen Schneefälle kam es in Oberbayern zu Blechschäden, Lastwagen blieben auf den Straßen liegen. Betroffen war auch die Autobahn 99 am Kreuz München-Süd. In Unterfranken verzeichnete die Polizei in der Nacht auf der A 3 zwischen den Anschlussstellen Schlüsselfeld und Aschaffenburg einen Stau von zeitweise 16 Kilometer Länge.

«Es hat plötzlich heftig geschneit - auf einen Schlag 25 Zentimeter», sagte ein Sprecher der Polizei Würzburg. Da viele Lastwagen, so der Sprecher, aus Kostengründen keine Winterreifen haben, blieben sie an den Steigungen liegen und blockierten den Verkehr. Auch in Baden-Württemberg schneite es in der Nacht stark. «Straßen mussten immer wieder gesperrt werden», sagte ein Sprecher des Verkehrswarndienstes. Es sei aber relativ ruhig geblieben, da wenig Verkehr unterwegs war.

Sichtbehinderungen durch Schnee
Auf der Autobahn 6 zwischen Sinsheim und Wiesloch kam es immer wieder zu Staus. Auf der Autobahn 8 bei Ulm behinderten starke Schneefälle die Sicht. In weiten Teilen von Rheinland-Pfalz war die Lage in der Nacht «sehr durchwachsen». Zwar hatte es nach Angaben eines Sprechers des Verkehrswarndienstes kaum noch geschneit, aber durch den Schnee waren die Straßen glatt. Es kam zu kleineren Staus auf den Autobahnen.

Viele Lastwagen versuchten die nächstliegenden Raststätten anzufahren. Zahlreiche blieben liegen. Die Raststätten Hunsrück und Wonnegau waren überfüllt.

Fraport: Situation wesentlich besser
Während die Lage auf den Straßen weiterhin angespannt ist, hat sie sich auf dem Frankfurter Flughafen beruhigt. «Die Situation ist wesentlich besser», sagte ein Sprecher des Flughafenbetreibers Fraport am Samstagmorgen. Es habe seit Stunden nicht mehr geschneit. Auf Grund heftiger Schneefälle waren am größten deutschen Flughafen bis zum Freitagabend mehr als 500 Flüge ausgefallen.

Schuld an den heftigen Schneefällen ist laut DWD das Tief «Xandra», dem noch in der Nacht zum Sonntag das Tief «Yuna» folgt. Vor allem im Süden Baden-Württembergs und Bayerns drohten deshalb weitere Schneemassen, warnte der DWD. Ungewöhnlich seien nicht die so sehr die Schneemengen, sondern der späte Zeitpunkt kurz nach dem meteorologischen Frühlingsbeginn am 1. März, erklärte DWD-Meteorologe Malewski. Dennoch sei 2005/2006 insgesamt wohl «ein richtiger normaler Winter, wie ihn viele schon abgeschrieben haben», so der Experte. (nz)