Schneechaos im Süden Deutschlands:
Schneechaos in Bayern und Hessen
04.03.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Das Verkehrschaos dauerte auf den Autobahnen in Bayern am Samstag an. Im ganzen Freistaat stockte der Verkehr auf mehreren hundert Kilometern. Auf der Autobahn A 3 stauten sich die Wagen bei Würzburg auf mehr als 50 Kilometern. Auch auf der A 8 bei Allerhausen mussten sich die Autofahrer in einem 50-Kilometer-Stau in Geduld üben. Auf der A 9 ging im Inntal zeitweise auf 25 Kilometer nichts mehr. Die Staus dauern nach Einschätzung der Polizei noch bis zum frühen Abend an.
Im Bereich Offenbach musste die Polizei immer wieder Straßen wegen Glätte sperren. Die Beamten zählten seit Beginn der Schneefälle über 100 Unfälle, vor allem Blechschäden. Ein Mensch wurde verletzt. Auf den Autobahnen 5 und 45 ereigneten sich in der Nacht allein im Bereich Gießen 11 Glätteunfälle mit einem Leichtverletzten. Der Sachschaden lag bei rund 197.000 Euro.
In Bayern brachten starke Schneefälle den Verkehr immer wieder zum Erliegen. Auf der A 8 Salzburg-München staute sich am Vormittag der Rückreiseverkehr aus den Skigebieten auf knapp 70 Kilometern Länge, wie die Polizei mitteilte. Auf der Gegenrichtung gab es nach einem Unfall zu rund 30 Kilometer Stau.
Durch die heftigen und stundenlangen Schneefälle kam es in Oberbayern zu Blechschäden, Lastwagen blieben auf den Straßen liegen. Betroffen war auch die Autobahn 99 am Kreuz München-Süd. In Unterfranken verzeichnete die Polizei in der Nacht auf der A 3 zwischen den Anschlussstellen Schlüsselfeld und Aschaffenburg einen Stau von zeitweise 16 Kilometer Länge.
«Es hat plötzlich heftig geschneit - auf einen Schlag 25 Zentimeter», sagte ein Sprecher der Polizei Würzburg. Da viele Lastwagen, so der Sprecher, aus Kostengründen keine Winterreifen haben, blieben sie an den Steigungen liegen und blockierten den Verkehr. Auch in Baden-Württemberg schneite es in der Nacht stark. «Straßen mussten immer wieder gesperrt werden», sagte ein Sprecher des Verkehrswarndienstes. Es sei aber relativ ruhig geblieben, da wenig Verkehr unterwegs war.
Viele Lastwagen versuchten die nächstliegenden Raststätten anzufahren. Zahlreiche blieben liegen. Die Raststätten Hunsrück und Wonnegau waren überfüllt.
Schuld an den heftigen Schneefällen ist laut DWD das Tief «Xandra», dem noch in der Nacht zum Sonntag das Tief «Yuna» folgt. Vor allem im Süden Baden-Württembergs und Bayerns drohten deshalb weitere Schneemassen, warnte der DWD. Ungewöhnlich seien nicht die so sehr die Schneemengen, sondern der späte Zeitpunkt kurz nach dem meteorologischen Frühlingsbeginn am 1. März, erklärte DWD-Meteorologe Malewski. Dennoch sei 2005/2006 insgesamt wohl «ein richtiger normaler Winter, wie ihn viele schon abgeschrieben haben», so der Experte. (nz)

